21/12/2025
Der November brachte nicht nur das nahende Jahresende, sondern auch das Ende meiner Isolation – endlich kam der Gips weg. Wie sehr ich diesen Moment herbeigesehnt hatte! Und doch war es ernüchternd zu merken, dass „Gips weg“ nicht automatisch „wieder gehen“ bedeutet. Die Krücken begleiteten mich weiterhin 2 Wochen, lange Strecken waren unmöglich. Aber ich konnte wieder Auto fahren, kleine Wege gehen – und das fühlte sich wie ein Stück Freiheit an.
Einer meiner größten Erfolge war der Spaziergang um den Ödensee. Ein kleiner See, eine kurze Runde – und doch ein großes Highlight für mich. Ein Symbol für Fortschritt, Mut und Heilung.
Der erste Schnee kam, und mit ihm wieder mehr Begegnungen. Eine Freundin schleppte mich mit Krücken in die Disco – ein Erlebnis, aber keines, das ich wiederholen muss. Andere Momente waren dafür umso schöner: Frühstücken, Gespräche, gemeinsame Zeit. Und ein Besuch am Stoder, genau dort, wo ich mir den Fuß gebrochen hatte. Wir machten ein kleines Ritual, sagten Danke – und ich spürte, wie viel ich noch an alten Dingen festhalte, einfach weil sie vertraut sind. Was hältst du noch fest?
Der November hat mir gezeigt, wie viel Mut es braucht, sich auf Neues einzulassen. Und dass ich noch Zeit für mich brauche – für meine Heilung, für meine Seele. Diese Zeit nehme ich mir bewusst.
Ich kehrte auch zurück zur Arbeit, doch meine Freizeit gestalte ich sehr achtsam. Ich höre auf mich, auf meinen Körper, auf das, was gut tut – sei es Spazieren, Ausrasten oder einfach Stille.
Die Wochenenden verbrachte ich weiterhin viel mit meinen Jungs. Ich bin so froh, dass es sie gibt, und ich bin stolz auf sie – auf ihre Wege, auf ihre Entwicklung, auf das, was sie schon jetzt ausmacht. Natürlich gibt es Herausforderungen, natürlich verstehe ich nicht immer alles – aber ich vertraue darauf, dass sie ihren Weg finden. Und ich hoffe, ich konnte ihnen ein gutes Fundament mitgeben.
Im Oktober und November dachte ich viel über meine eigene Herkunft nach: Wie bin ich aufgewachsen? Was war gut? Was möchte ich anders machen? Und ist mir das gelungen? Ich glaube, jede Mutter kennt diese Fragen. Wir tun alle unser Bestes – nicht perfekt, aber menschlich. Fehler gehören dazu. Wichtig ist nur, sie anzuerkennen, ohne sich selbst zu verurteilen.
Am Ende des Monats verbrachte ich zwei Tage mit meinen Urweibs, um eine neue Location für das Festival zu besichtigen. Diese Schwesternschaft, diese gemeinsame Vision, dieses Festival – es ist etwas ganz Besonderes. Und ich freue mich jetzt schon unglaublich auf die gemeinsame Zeit im nächsten Jahr.
Der November war ein Monat des langsamen Vorwärtsgehens, des Mutfassens, der Erkenntnisse und der leisen Dankbarkeit. Für Heilung, für Familie, für Freundschaft – und für meinen Weg.