24/05/2026
Heute im Museum von St. Barnabas hatte ich plötzlich das Gefühl, dass sich einzelne Puzzleteile miteinander verbinden. Zwischen uralten Ikonen, venezianischen Spuren, byzantinischen Objekten und alten Ritualgegenständen hatte ich nicht das Gefühl, etwas Fremdes anzusehen – sondern eher etwas, das mir seltsam vertraut vorkam.
Bei uns in der Familie wurde vieles nie groß erklärt. Es wurde still weitergegeben – ganz selbstverständlich. Die Kleinen lernen von den Großen. Man ging gemeinsam hinaus, sammelte beim Spazierengehen Räucherkräuter und Zutaten, beobachtete Zeichen und übernahm Dinge einfach, ohne ständig zu fragen, warum. Es war Alltag. Es war normal.
Und genau deshalb berührt mich Zypern so sehr. Denn vieles, das bei uns in Österreich längst vergessen wurde, scheint hier noch zwischen den Mauern weiterzuleben. An Hauswänden, an Türen, in Schutzsymbolen, die eingezeichnet oder in die Erde eingebracht wurden. Alte Zeichen, die für viele nur Dekoration sind – aber vielleicht einmal etwas ganz anderes waren.
Und dann gehe ich durch diese Museen und entdecke plötzlich Dinge, die mich an zuhause erinnern. Gegenstände, die meine Oma noch hatte. Formen, Symbole, Ritualobjekte. Selbst diese alten Rasseln – wie oft sind uns solche Dinge begegnet, ohne dass mir bewusst war, welche Bedeutung sie vielleicht einmal hatten? Das Schwein als Schutzsymbol, Fruchtbarkeitssymbol oder Ritualfigur. Dinge, an denen man früher einfach vorbeiging.
Vielleicht suche ich deshalb nicht nur Geschichte. Vielleicht suche ich Spuren. Die kleinen Dinge, die still von Generation zu Generation weitergetragen wurden – bis man sie irgendwann wieder erkennt.