25/03/2023
Ambitionierte Sportler*innen „fahren mit dem Herzen auf der Überholspur“ – Warum ein - für Amateursportler*innen ab 35 so wichtig ist, erklärt Univ.-Prof. im ORF-Interview
Intensives und umfangreiches ohne ausreichende Ruhepausen kann der schaden. Da ambitionierte Amateursportler*innen häufig sehr intensiv trainieren und hierbei ihr Herz hohen Belastungen aussetzen, sollten sie sich insbesondere ab 35 Jahren sportmedizinisch durchchecken lassen, rät und Univ.-Prof. Jürgen Scharhag, Ärztlicher Leiter des und der Abteilung Sportmedizin an der Universität Wien, im Interview mit der ORF-Science-Redaktion.
Hier geht es zur ORF-Onlineveröffentlichung inklusive Radiobeitrag:
https://sportmedizin.or.at/newsreader/warum-ein-herz-check-fuer-amateursportler-innen-ab-35-so-wichtig-ist-prof-scharhag-im-orf-interview.html
Sportkardiologe Univ.-Prof. Scharhag vergleicht das Herz beim Sport gerne mit dem : „Wer sehr ehrgeizig und auch intensiv trainiert, fährt sozusagen mit dem Herzen auf der Überholspur. Das ist so, wie wenn Sie Auto fahren. Wenn Sie schneller fahren und es passiert etwas, ist der Unfall meistens schlimmer. Und so ist es auch mit dem Herzen. Der Sport wirkt wie ein Trigger. Mit höherer Geschwindigkeit kann dann etwas aus dem Takt kommen.“
Als Beispiel führt er die „Weekend Warriors“ an, die unter der Woche keine Zeit für Sport haben, und am Wochenende versuchen, alles aufzuholen. „Dann hat man eine besonders starke Belastung, die Regenerationspausen kommen aber zu kurz. Da muss das Herz gesund sein“, warnt er.
Wenn bei Sportler*innen bereits Veränderungen oder gar eine Verengung der Herzkranzgefäße besteht, sie anhaltendem Stress mit wenig Regenerationsphasen ausgesetzt sind und hierdurch möglicherweise noch Bluthochdruck haben, „kann so eine Stelle am Herzkranzgefäß eventuell leichter aufplatzen“, erklärt Univ.-Prof. Scharhag. Im schlimmsten Fall kann es zum plötzlichen kommen.
Ein weiteres Risiko sind nicht auskurierte Bakterien- und Virusinfekte. „Sport bei Infekten kann lebensgefährlich sein“, so Univ.-Prof. Scharhag weiter. Wenn man zu früh wieder ins Training zurückkehrt oder einen Wettkampf bestreitet und sich hierdurch Krankheitserreger weiter im Organismus ausbreiten, kann es im Worst Case zu einer Herzmuskelentzündung und einem Herzstillstand kommen.“ Eine Herzmuskelentzündung könne bei Infekten als Begleiterkrankung auftreten, ohne dass im Ruhezustand Herzbeschwerden verspürt werden.
Klicktipp:
Wie Sie Herzmuskelentzündungen und plötzlichem Herztod vorbeugen, erklärt Univ.-Prof. Scharhag hier:
https://sportmedizin.or.at/herzprobleme-vermeiden.html
Bleiben Sie gesund!
Ihr Team des ÖISM
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