01/09/2025
Die Menschen sind heute deutlich weniger mit der Natur verbunden als noch vor 200 Jahren – eine neue Studie zeigt einen Rückgang von 60 % seit 1800.
Professor Miles Richardson von der University of Derby untersuchte diesen Verlust anhand von Daten zum Städtewachstum, zum Rückgang der Tierwelt in Wohngebieten und dazu, dass Eltern Naturerfahrungen nicht mehr an ihre Kinder weitergeben. Er fand zudem einen parallelen Rückgang naturbezogener Wörter wie „Fluss“ und „Blüte“ in Büchern, die bis 1990 um 60,6 % sanken und heute noch immer einen Rückgang von 52,4 % zeigen.
Computermodelle prognostizieren, dass dieses „Aussterben der Erfahrung“ anhalten wird, sofern keine grundlegenden Veränderungen erfolgen. Dazu gehören deutlich grünere Städte und frühe Naturerfahrungen für Kinder. Zwar fördern Kampagnen und Naturaktivitäten das Wohlbefinden, doch sie reichen nicht aus, um die langfristige Entfremdung aufzuhalten. Am wirksamsten sind waldschulähnliche Frühbildung und städtische Umgestaltungen mit deutlich mehr Grünflächen, unterstützt durch langfristige politische Maßnahmen, damit die Naturverbundenheit nachhaltig wird.
So verbringen Menschen in Sheffield im Schnitt nur etwa 4½ Minuten täglich in der Natur. Würde diese Zeit auf 40 Minuten erhöht, könnte dies einen großen Unterschied machen. Richardson betont, dass Kinder die Natur von Natur aus lieben, diese Verbindung jedoch verlieren können, wenn sie nicht während der Kindheit, im Unterricht und im Familienleben gepflegt wird.
Quellen: Miles Richardson, University of Derby Studie, Ecological Indicators Journal, 2023.