14/08/2022
Eine kleine Geschichte aus vergangenen Zeiten...
Ging ein kranker Mensch zu einem Heiler oder Schamanen, so waren die ersten Fragen, die dieser wissen wollte, die folgenden:
Wann hast du zum letzten Mal getanzt?
Wann hast du zum letzten Mal gesungen?
Wann hast du zum letzten Mal gelacht?
Wann hast du zum letzten Mal geweint?
Das schlimmste Schicksal ist es, tot zu sein wenn man noch atmet. Wenn wir aufhören uns auszudrücken und uns zu verbinden, sterben wir innerlich. Die Medizin der Steine, der Trommel, des Feuers und der Ahnen kann uns nicht heilen. Sie kann nur unsere Augen öffnen und uns die zwei Wege zeigen, die vor uns liegen. Was wir damit tun, das bleibt uns überlassen. Wir sind freie Wesen. Heilung bedeutet, an uns zu arbeiten. Und diese Arbeit muss von uns selbst erledigt werden. Niemand kann den Berg für uns besteigen. Andere können uns lediglich den Weg weisen.
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Die pharmazeutischen und technischen Errungenschaften unserer Zeit erwecken gerne den Eindruck, als könne alles für uns erledigt, gelöst und geheilt werden. In der Tat: Eine Seilbahn kann uns in der physischen Welt auf einen Berggipfel tragen - aber für die Gipfel in unserem Inneren gibt es keinen Sessellift. Die Medizin der Zukunft wird integrativ sein, indem sie die moderne Technik mit der Weisheit der Vorfahren verbindet - und dafür muss sie dem Patienten die Verantwortung zurückgeben, im Sinne einer fundierten Begleitung. Und der Patient muss sich darüber bewusst werden, dass letztendlich nur jeder für sich selbst den Weg der Heilung gehen kann - und entsprechend Verantwortung übernehmen.