12/04/2026
Ein paar Gedanken am Sonntag morgen:
Wer glaubt, etwas sein zu müssen, um jemand zu sein, irrt sich. "Ich bin." reicht - oder;-)?
Wer sein Sein abhängig machen muss von der Beurteilung anderer, ist in einer BIndung oder abhängig von ihnen. Dann geht es um Gegenseitigkeit. Es ist auch eine Unfreiheit, die jedoch gewählt sein kann. Vieles läuft unbewusst. Vieles unausgesprochen und braucht "Antizipation". Frei ist, wer die Folgen seines Handelns unter Kontrolle hat. Ich bezweifele, dass es diese Freiheit gibt. Eher ein mehr oder weniger an Freiheit. Zum Beispiel habe ich noch nicht einen Suchtkranken erlebt, der auf die Frage, ob er süchtig werden wollte, mit einem "Ja" antwortete.
Freiheit wächst daher meines Erachtens durch stetes Erforschen dessen, was unbewusst ist und was ich nicht weiß. Für mich ist es der Raum des "Nichtwissens".
Das Erforschen braucht Fragen. Fragen aus dem Inneren. Das meinte auch Rilke in seinem bekannten Brief: "Man muss versuchen ... die Fragen selber lieb zu haben."
Das Gelassenheitsgebet der Anonymen Selbsthilfegruppen zielt auf den Umgang mit der verbleibenden Ungewissheit und Ohnmacht. Es wurde u.a. von Helmut Schmidt in einem Interview am Ende seines Lebens als wesentlichste Lebensweisheit bezeichnet. Weise!
So weit ein paar Gedanken am verregneten Sonntag morgen. Ausgelöst durch meinen Kommentar zu einem Post mit dem Albert Schweitzer Zitat: "Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht."
Dazu kommentierte ich:
Wer glaubt, etwas sein zu müssen, um jemand zu sein, irrt sich. "Ich bin." reicht - oder;-)?