05/05/2026
Mein Meditationslehrer warnte uns immer davor, inneren Bildern und Visionen, die bei der Meditation entstehen, Beachtung zu schenken. Sein Ansatz war klar: Beobachten, was aufsteigt und es wieder loslassen. Alles andere sei Ablenkung. Zudem bestehe die Gefahr, an spektakulären Bildern anzuhaften, sie gar für Realität zu halten.
In Bezug auf die Meditation hatte er sicher Recht. Dennoch arbeite ich heute sehr gerne mit inneren Bildern! Es sind für mich Botschaften, die mir Weisheit und Heilung schenken. Sie entstehen in einem leichten Trancezustand, während der Meditation oder innerer Prozesse. Und manchmal bitte ich auch konkret darum.
Die Bilder zeigen Elemente aus der Natur, Farben, Symbole, Szenen oder Wesenheiten. Es können auch Klänge, haptische Erfahrungen und Seinszustände sein – oder ganze Reisen. Sie spenden mir Kraft, erteilen mir Botschaften, begleiten mich.
Manche haben eine kurze Halbwertzeit - dabei habe ich manchmal das Gefühl, etwas falsch gemacht, die Verbindung unterbrochen zu haben. Aber anscheinend ist ihre "Mission" einfach erfüllt, ihre Botschaft integriert. Dann erscheinen sie leblos und unpassend. Andere begleiten mich länger oder tauchen immer wieder auf, sind "abrufbar".
Dabei überbewerte ich sie nicht, halte sie nicht für finale Wahrheiten, sondern für einen Ausdruck innerer und äußerer Kräfte, geformt von der wunderbaren Kreativität des Unterbewusstseins - oder Überbewusstseins. Letztendlich ist die Quelle unwichtig, denn wenn wir davon ausgehen, dass wir mit allem verbunden sind, gibt es keine Unterscheidung zwischen "meinem" Geist oder dem Geist einer höheren Wesenheit – alles ist EINS!
Wichtig ist nur die Abgrenzung zu reiner Phantasie oder Wunschdenken. Natürlich dürfen wir uns auch bewusst schöne Dinge ausmalen, aber dabei aufpassen, dass nicht gerade das Ego übernimmt. Für mich ist der entscheidende Moment die Überraschung, wenn etwas komplett Unerwartetes ins Bewusstsein kommt. Es fühlt sich dann an, als sei es genau das Mosaiksteinchen, das gerade fehlt.
Natürlich können wir auch Bilder aus dem Außen einsetzen: Wenn sie uns ansprechen, können sie hochwirksam sein, egal woher sie stammen.
Wie hältst du es damit?