29/01/2026
🤕Viele Patientinnen und Patienten können Zahlen zu Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten in der Medizin nur schwer einordnen. Deshalb besteht das Risiko, dass unbedachte Formulierungen bei ihnen Verwirrung stiften oder sogar Ängste hervorrufen.😰
👩⚕️👨⚕️Wie Behandelnde solche Nocebo-Effekte bei der Kommunikation vermeiden können, erklären Prof. Tobias Kube (im Bild links) und Prof. Winfried Rief aus unserem SFB in einem Kommentar für das „Journal of the American Medical Association“ (JAMA).
➡️ Die Aussage „90 Prozent der Patienten überstehen eine solche Infektion problemlos“ hat mathematisch die gleiche Bedeutung wie „zehn Prozent bekommen Probleme“. Aber die erste Aussage rückt die hohe Wahrscheinlichkeit in den Vordergrund, dass alles gut wird – und wirkt daher eher beruhigend. Die zweite Aussage hingegen kann Sorgen verstärken, erklärt Tobias Kube.
➡️ Den Grund dafür nennt man „Framing“: Wir bewerten eine Informationen unterschiedlich, je nachdem, wie sie formuliert wird.
➡️ Behandelnde müssen in der Medizin wahrheitsgemäß und umfassend aufklären. Deshalb ist eine überlegte Kommunikation so wichtig: Gerade bei potenziell bedrohlichen Nachrichten sollten Erklärungen positiv eingebettet sein.
Mehr zum JAMA-Artikel (und die Antwort auf unsere Frage im zweiten Bild) findet ihr auf unserer Website:
https://treatment-expectation.de/entdecken-mitmachen/aktuelles/399-wenn-1-von-100-mehr-ist-als-1-prozent-wie-zahlen-in-medizin-wirken
Ein wichtiges Thema!
Universität Duisburg-Essen
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