07/05/2026
des Tages 2025 Platz 34 meiner multimagazinären Reise durch die Musik 2025
🎧 TopFifty 2025 – Platz 34: Die seltsame Schönheit der Zwischenwelten
Was mir bei den ganzen „34ern“ aus den unterschiedlichsten Jahreslisten auffällt: Das ist keine Playlist der großen Stadion-Gesten. Das ist eher Musik für Menschen, die nachts noch wach sind. Für Busfahrten im Regen. Für Kopfhörer-Momente zwischen Melancholie, Nachdenken und innerem Kino. Da stehen plötzlich völlig verschiedene Welten nebeneinander:
- 🌙 die fragile Folk-Mystik von Marissa Nadler
- 🔥 Reggae von Mortimer
- 🖤 die düstere Eleganz von Lacrimorta
- ⚡ klassischer Power Metal von Helloween
- 🌍 afrikanisch-bluesige Grenzgänge aus Mali
- 🎹 Barockmusik von George Frideric Handel
- 🌀 Techno-Nachtfahrten aus dem Groove-Kosmos
- 🎸 Postpunk, Indie Pop, Prog Rock, Jazz …
Und trotzdem wirkt das Ganze erstaunlich geschlossen. Warum? Weil sich fast alle diese Alben auf ihre Weise mit Atmosphäre beschäftigen. Nicht mit maximalem Effekt. Sondern mit Räumen. Mit Stimmung. Mit inneren Landschaften. Viele der Titel klingen wie Kapitelüberschriften eines Films:
- To Be the Moon King
- Far From Here
- Wie man ein Gespenst heilt
- Under the Moonlight
- Prayer to the locked tomb
- Subraum
Das sind keine Zufallstitel. Das ist Musik, die sich weniger für die Oberfläche interessiert als für das, was darunter liegt. Selbst der härtere Stoff wirkt 2025 oft erstaunlich emotional. Der Metal ist melancholischer geworden. Der Indie wirkt verletzlicher. Der Jazz cineastischer. Der Techno hypnotischer. Und sogar die World-Music-Auswahl klingt eher nach Erinnerung als nach Party. Vielleicht zeigt sich darin etwas Größeres: 2025 scheint musikalisch ein Jahr gewesen zu sein, in dem viele Künstler nicht mehr schreien wollten. Sie wollten Räume öffnen. Nicht „Schau mich an!“ Sondern eher: „Komm mit in diese Stimmung.“ Und genau deshalb liebe ich dieses TopFifty-Projekt so sehr. ❤️ Denn wenn man die Listen der Magazine nebeneinanderlegt, merkt man plötzlich: Musikjournalismus ist wie ein riesiges Gespräch über die Seele der Gegenwart.
Und Platz 34 klingt auch dieses Jahr noch wie:
🌌 Nacht.
🌧️ Erinnerung.
🚬 Nachdenklichkeit.
✨ Schönheit im Fragment.