07/01/2026
Der MDR berichtet, dass die Bilanz nach einem Jahr Cannabis Teilentkriminalisierung in Sachsen Anhalt deutlich nüchterner ausfällt als die politische Debatte.
🌿 In Magdeburg zeigt der Cannabis Social Club „Happy Weed“, dass legale Strukturen grundsätzlich funktionieren können.
Es ist nicht dieses Klischee von Party und Dauernebel. Es ist eher wie ein streng geführter Betrieb. Pflanzenpflege. Dokumentation. Beschriftung. Vorgaben. Kontrollen.
🔍 Der Vorsitzende Christian Urbach beschreibt die Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Verbraucherschutz als sachlich und kooperativ. Kontrollen seien meist Routine und drehen sich um Anbaumengen und Mitgliederzahlen. Das klingt nach genau dem, was viele angeblich wollen.
Reguliert. Kontrolliert. Ohne Wildwest.
👥 Und dann kommt der Teil, den man in der politischen Debatte ständig wegdrückt. Reichweite. Ein Club darf maximal 500 Mitglieder aufnehmen. Urbach sagt sinngemäß, in Magdeburg gebe es locker 20.000 Konsumierende.
Selbst wenn alles perfekt läuft, ist das System rechnerisch viel zu klein, um den Schwarzmarkt ernsthaft zu verdrängen.
🚫 Dazu kommt das Werbeverbot.
Clubs dürfen nicht sichtbar sein, nicht aktiv aufklären, nicht mal normal Reichweite aufbauen.
Urbach sagt sinngemäß.
Der Dealer im Park ist bekannt.
Der ist auffindbar. Der ist präsent.
Der legale Weg darf es nicht sein.
Und dann wundert man sich, dass der Schwarzmarkt bleibt.
🏛️ Jetzt zu den Aussagen aus der Politik.
Laut MDR fordern Justizministerinnen aus Sachsen Anhalt, Sachsen und Thüringen eine Überarbeitung.
Begründung: Kriminalität und illegaler Handel seien nicht zurückgedrängt worden, und der Konsum habe zugenommen.
⚠️ Kritische Einordnung.
Das ist ein klassischer Trick in der Debatte.
Man baut ein Gesetz, das nur eine begrenzte Versorgung zulässt, und nutzt danach genau diese Begrenzung als Argument,
dass es nicht funktioniert.
Das ist wie ein Schwimmbecken mit 10 Zentimetern Wasser zu bauen,
und dann sagt man: Schwimmen geht nicht.
Zu wenig Wasser, sorry.
🧩 Wenn legale Strukturen nur einen Bruchteil der Leute erreichen dürfen, dann bleibt der Schwarzmarkt nicht, weil Legalisierung grundsätzlich falsch ist. Er bleibt, weil die legale Versorgung absichtlich nicht so gebaut wurde, dass sie den Markt wirklich ersetzen kann.
🏪 Und damit sind wir beim Kern.
Gegen den Schwarzmarkt hilft am Ende nur Versorgung. Niedrigschwellig. Erreichbar. Kontrolliert.
Preislich halbwegs konkurrenzfähig.
Mit klarer Qualität.
Genau das leisten entweder regulierte Fachgeschäfte, oder eine wirklich pragmatische Versorgung über Apotheken dort,
wo es sinnvoll ist. Alles andere ist Symbolpolitik mit Ansage.
🚧 Und jetzt kommt der Elefant im Raum.
Genau diese Schritte werden politisch seit Monaten blockiert. Wer gleichzeitig sagt, der Schwarzmarkt sei nicht zurückgedrängt, aber die wirksamen Werkzeuge dagegen verhindert, der will nicht lösen. Der will gewinnen.
Das ist ein Unterschied.
🧠 Der MDR schreibt auch, dass die gesundheitlichen Folgen bisher nur begrenzt messbar sind.
Die AOK Sachsen Anhalt sagt, nach Einführung 2024 sei es zu keinem signifikanten Anstieg gekommen, und Daten für 2025 kämen zeitverzögert.
Sozialarbeiter berichten laut MDR keinen starken Anstieg,
aber mehr Offenheit und weniger Konflikte mit Polizei und Justiz. Das ist nicht der Untergang. Das ist Normalisierung.
Mit Baustellen. Wie bei jeder Reform.
📌 Fazit.
Die Teilentkriminalisierung hat weder das Chaos gebracht,
vor dem manche gewarnt haben, noch die schnelle Lösung,
die sich andere erhofft haben.
Sie hat vor allem gezeigt, wo das Gesetz absichtlich zu klein gehalten wurde.
Und solange man echte Versorgung blockiert,
bleibt der Schwarzmarkt logischerweise der Gewinner.
💬 Wie ist es bei dir.
Kennst du überhaupt einen Club in Reichweite.
Oder läuft in deiner Region faktisch noch alles wie vorher. Schreib es in die Kommentare.
Und wenn du willst, dass diese Debatte mal ehrlich geführt wird, dann teil den Post.
Quelle: MDR
Der Artikel ist vom 06. Januar 2026