16/03/2018
Das Praxisdilemma
Dass der Gesundheitssektor nicht unbedingt mit großen Gehältern aufwartet und die Arbeit selbst sehr anstrengend sein kann, ist wohl gemeinhin bekannt. Die Gründe sind Vielfältig und man könnte Stunden damit füllen.
Wesentlicher Faktor in einer Physiotherapiepraxis sind wohl die Rahmenverträge der Krankenkassen nachdem Rezepte abgerechnet werden können. Unter anderem ist die Behandlungsdauer recht offen gehalten. Für reine Krankengymnastik / Physiotherapie kann man zwischen 15 – 25 Minuten planen.
Egal welche Variante man wählt, muss, neben der eigentlich Therapie, innerhalb dieser Zeit auch der Patient begrüßt, in den Behandlungsraum begleitet, ggf. ein Teil der Kleidung ausgezogen und dokumentiert werden. Wie viel reine Therapiezeit dann übrig bleibt kann man sich denken.
Entscheidet sich die Praxis für einen höheren Minuten Takt, ist das sowohl für den Patienten als auch den Therapeuten sehr positiv. Alle sind zufrieden und es wird sich wohl kaum etwas an den Rahmenverträgen ändern.
Bietet die Praxis hingegen einen kurzen Takt von z.B. 15 Minuten an, muss wohl von Einschränkungen, als erstes im Service und später ggf. auch in der Therapie, ausgegangen werden. Teilweise wird es dann wohl auch zu Fällen von Unzufriedenheit kommen, wodurch der Druck auf die Kassen und die Rahmenverträge steigen könnte.
Auch wenn es im letzten Jahr eine positive Entwicklung gab (bundesweite Aktion des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV)), wird das Dilemma zwischen Menschlichkeit und Wirtschaftlichkeit wohl weiterhin bestehen bleiben.