12/05/2026
Der Ärzteverband Marburger Bund fordert deutlich strengere Regeln für den Verkauf von Alkohol in Deutschland. Hochprozentiger Alkohol soll nach dem Willen des Verbandes künftig nicht mehr in Supermärkten, Tankstellen und Kiosken erhältlich sein, sondern nur noch in lizenzierten Spezialgeschäften. Ziel ist es, den Zugang zu Schnaps und anderen Spirituosen stärker zu kontrollieren und gesundheitliche Risiken zu verringern.
Zur Begründung verweist der Marburger Bund auf den Alkoholkonsum als eines der größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken in Deutschland. Besonders junge Menschen müssten besser geschützt werden, da früh erlernte Trinkgewohnheiten das Risiko für spätere Abhängigkeitserkrankungen und schwere gesundheitliche sowie soziale Folgen erhöhten. Neben strengeren Verkaufsregeln fordert der Verband eine bundesweite, langfristige Präventionsstrategie mit Aufklärungskampagnen, stärkerer Suchtprävention an Schulen, mehr niedrigschwelligen Beratungsangeboten und einer gezielten Förderung der Forschung.
Der Marburger Bund unterstützt zudem die Gesetzespläne des Bundesfamilienministeriums, das sogenannte begleitete Trinken für Jugendliche ab 14 Jahren abzuschaffen. Bislang dürfen Jugendliche in diesem Alter in Begleitung ihrer Eltern in der Öffentlichkeit Bier, Wein oder Sekt trinken. Mit der Kombination aus verschärften Verkaufsregeln für hochprozentigen Alkohol und einem Ende des begleiteten Trinkens sollen insbesondere Minderjährige besser vor den Folgen von Alkoholkonsum geschützt werden.