04/11/2025
Notizen nach dem Wochenende bei Onkel Waldemar
Als ich Ende Oktober bei Onkel Waldemar war, stellte sich einiges heraus.
Meine Mutter – also meine leibliche Mutter – war in jungen Jahren, wie Waldemar es ausdrückte, sehr umtriebig, ein „leichtes Mädchen“.
Annett hatte damit große Schwierigkeiten. Zum Beispiel soll meine Mutter die schmutzigen Windeln der drei Kinder in einem Eimer gesammelt, aber nicht gewaschen haben.
Die Ehe mit Hartmut war offenbar gar nicht so harmonisch, wie wir immer dachten. Hartmut muss deutlich älter gewesen sein als Ritta – das möchte ich noch herausfinden. Ebenso, ob er noch lebt und ob er vielleicht auf dem Foto zu sehen ist, das ich an dem Wochenende abfotografiert habe.
Ich habe viele alte Bilder fotografiert – ganze Stapel. Auf eines warte ich noch: ein Familienfoto, auf dem Ritta etwas versteckt steht, man sieht nur ihren Kopf.
Als ich dieses Bild gesehen habe – und auch jetzt, während ich diese Zeilen schreibe – steigen mir die Tränen in die Augen.
Warum? Weil sie aussieht wie ich. Oder besser gesagt: ich sehe aus wie sie.
Onkel Waldemar und auch Annett sagten in dem Moment: „Das haben wir doch immer gesagt – dass du aussiehst wie Ritta.“
Jedes Mal, wenn ich ein Bild sehe, auf dem meine leibliche Mutter zu erkennen ist, und ich diese Ähnlichkeit spüre, überkommt mich tiefe Rührung.
Natürlich waren wir auch wieder an ihrem Grab. Diesmal konnte ich allerdings nicht mit ihr sprechen. Mein kleiner Neffe und seine Freundin waren dabei und wichen mir kaum von der Seite. Für sie wäre es wohl schwer nachvollziehbar gewesen, dass ich mit einer Toten rede.
Dieses Wochenende war voller Eindrücke, und jedes Mal fällt es mir schwer, zuhause wieder „anzukommen“.
Es wurde so viel gesprochen. Zum Beispiel über das Kinderheim. Ich muss vieles noch sortieren und nachdenken.
Waldemar sagte, ich hätte wahrscheinlich noch eine Weile bei meiner Mutter gelebt, nachdem ich geboren wurde. Irgendwann soll sie mich dann in ein Kinderheim gebracht haben – und dieses Heim war in Volkstedt.
Meine Recherchen haben ergeben, dass es dort tatsächlich ein Kinderheim gab, auch wenn es im Internet kaum Informationen dazu gibt. Ich bin bei meiner