29/12/2018
Das Problem liegt in der Hand
Bei der Dupuytren´sche Kontraktur bilden sich Stränge in der Hand, die zu gebeugten Fingern führen.
Dupuytren`sche Erkrankung mit Beteiligung von Daumen, Ring-und Kleinfinger
Was ist die Dupuytren´sche Kontraktur?
Eine Knotenbildung in der Handinnenfläche kann der Beginn einer bindegewebigen Fingerverkrümmung, der so genannten Dupuytren´sche Kontraktur, sein. Dabei bilden sich sehnenartige bindegewebige Stränge in der Handinnenfläche. Die Beugesehnen selbst bleiben dabei unbeeinträchtigt. Die Erkrankung ist gutartig, aber die Einschränkungen der Hand können den Betroffenen beeinträchtigen. Zunächst wird nur eine Verziehung und Verdickung in der Handinnenfläche bemerkt. Im Laufe von Monaten oder Jahren entwickelt sich dann ein Strang, der bis in den Finger wächst und diesen in eine Beugestellung zieht. Da diese Entwicklung sehr langsam erfolgt und meistens schmerzlos ist, stören die Veränderungen längere Zeit kaum.
Was ist die Ursache?
Die Ursache der Bindegewebswucherung ist unbekannt, wenn auch oft ein Zusammenhang mit Zuckerkrankheit oder Lebererkrankungen beschrieben wird. Gesichert ist eine familiäre Häufung, wobei Männer deutlich öfter betroffen sind als Frauen. Meist tritt die Erkrankung am Klein- und Ringfinger auf, oftmals gleichzeitig an beiden Händen.
Welche Behandlung ist möglich?
Konservative Maßnahmen wie Bestrahlung, Laserbehandlung, Narbensalben oder Medikamente können das Fortschreiten der Erkrankung nicht verhindern. Eine gewisse Zeit kann sich selbstständig konsequent durchgeführte Dehnung der Stränge positiv auswirken. Aber die Therapie der Wahl ist die operative Entfernung der bindegewebigen Stränge.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Operation?
Besonders bei jüngeren Patienten sollte die Operation möglichst früh, spätestens aber mit beginnender Fingerverkrümmung durchgeführt werden. Wenn der oder die betroffenen Finger bei manuellen Tätigkeiten stören oder die Arbeitsfähigkeit einschränken, dann ist die Operation unumgänglich. Lange Zeit bestehende Verkrümmungen der Fingergelenke können zu einer Schrumpfung der Gelenkkapselstrukturen oder sogar zu einer Gelenkknorpelschädigung führen.
Zur Eigenkontrolle kann der Betroffene den Handrücken auf eine Tischplatte legen und die Finger strecken. Ist der Abstand von der Fingernagelspitze zur Tischplatte größer als fünf Zentimeter, dann ist eine Operation wahrscheinlich notwendig.
Verkannt wird die Erkrankung, wenn sie sich nicht von der Hohlhand aus entwickelt. Es gibt Varianten die mit Knoten in den Fingern und isolierten Kontrakturen an den Fingermittelgelenken, besonders an der Kleinfingeraußenseite beginnen. Auch hier hilft die operative Therapie.
Abzugrenzen sind andere gut- oder bösartige Erkrankungen der Handinnenfläche. Veränderungen die schnell wachsen oder mit Schmerzen einhergehen, sollten zeitnah von einem Handchirurgen beurteilt werden.
Wie wird die Operation durchgeführt?
Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant. Sind mehrere Finger betroffen oder handelt es sich bereits um eine fortgeschrittene Erkrankung, ist zur Nachbehandlung und Entlastung ein kurzstationärer Aufenthalt für 2-3 Tage sinnvoll. Da die bindegewebige Wucherung auch die Fingernerven und Fingerarterien umgibt, ist nicht nur der Zeitpunkt der Operation sondern auch die präzise mikrochirurgische Technik entscheidend, um die zarten Strukturen nicht zu verletzen. In Abhängigkeit vom Befund dauert sie zwischen einer und drei Stunden Gelegentlich muss eine operative Lösung der Fingergelenke durchgeführt werden. Je nach Ausgangsbefund wird der Eingriff daher in örtlicher Betäubung oder in Narkose durchgeführt.
Und was passiert nach der Operation?
Um die Funktionsfähigkeit der Finger und der Hand wiederzuerlangen, ist meist eine intensive individuelle Nachbehandlung notwendig. Handchirurg und Handtherapeut koordinieren hierbei das Therapiekonzept für die jeweiligen postoperativen Behandlungsphasen.
Wann ist man wieder arbeitsfähig?
In Abhängigkeit von der Größe des Eingriffes und der täglichen Beanspruchung ist mit einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für zwei bis sechs Wochen zu rechnen. Hierzu sollte der behandelnde Handchirurg im Vorfeld befragt werden.
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