23/03/2026
„Was heißt eigentlich Apothekensterben?“
Am Montag, 23.03.2026 werden bundesweit viele Apotheken geschlossen bleiben oder sich an Protestmaßnahmen beteiligen.
Die Apotheken möchten damit auf ihre dramatische wirtschaftliche Situation aufmerksam machen:
Seit 2013 mussten bundesweit fast 20 % der Apotheken schließen.
In unserem Umfeld haben in den letzten Jahren
zwei Apotheken in Ettenheim, die Apotheke in Sulz, eine Apotheke in Seelbach sowie eine Apotheke in Friesenheim geschlossen.
Ende des Monats wird die Löwen-Apotheke in der Lahrer Innenstadt schließen.
In Baden-Württemberg erwirtschaften rund 30 % der Apotheken nur noch die schwarze Null oder stehen bereits in den roten Zahlen.
Das ist beunruhigend. Ohne ein Eingreifen der Politik werden viele weitere Apotheken folgen.
Warum sterben Apotheken?
Hauptursache ist, dass es seit 2004 nur einmal (2013) eine 3%ige Honorarerhöhung gab.
Die Kosten sind seitdem jedoch um rund 65 % gestiegen.
Insbesondere die Krankenkassen haben Honorarerhöhungen blockiert, während Ärzte und andere Heilberufe regelmäßig Anpassungen erhalten haben.
„Das ist mir egal, ich bestelle beim Versandhandel.“
Die beiden größten Anbieter, Shop Apotheke (-39 Mio. Euro) und DocMorris (-134 Mio. Euro), haben trotz steigender Umsätze durch e-Rezepte zuletzt erhebliche Verluste gemacht.
Diese e-Rezepte fehlen den Apotheken vor Ort, sind für deren wirtschaftliches Überleben jedoch entscheidend. Anders als Versandhändler werden Vor-Ort-Apotheken nicht durch Investoren oder Fonds gestützt.
Das beschleunigt das Apothekensterben!!
Leistungen wie
☀️ Nacht- und Notdienste,
☀️ individuelle Rezepturen,
☀️ Medikationsanalysen,
☀️ die Abgabe von Betäubungsmitteln sowie
zahlreiche weitere pharmazeutische Dienstleistungen
und der persönliche Kontakt zu den Menschen
sind ausschließlich in der Apotheke vor Ort gewährleistet.
Was würde eine Erhöhung des Apothekenhonorars kosten?
Im Koalitionsvertrag ist eine Anpassung von 8,35 € auf 9,50 € vorgesehen.
Für die Krankenkassen würde dies Mehrkosten von rund 875 Mio. Euro bedeuten.
Insgesamt lägen die Ausgaben für Apotheken bei etwa 5 Mrd. Euro jährlich.
Das entspricht lediglich 1,8 % der gesamten GKV-Ausgaben.
Zum Vergleich:
Für Verwaltungskosten der Krankenkassen (bei etwa halb so vielen Beschäftigten) fielen im Jahr 2025 rund 13 Mrd. Euro an – also mehr als das Doppelte.
„Aber die Krankenkassen haben doch kein Geld…?“
Dieses Argument wird häufig angeführt.
Dabei sparen Apotheken den Krankenkassen jährlich erhebliche Summen:
💸 über 6 Mrd. Euro durch Rabattverträge (2025),
💸 rund 2 Mrd. Euro durch Zuzahlungen der Patienten sowie weitere Einsparungen durch Abschläge bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.
Insgesamt sprechen wir dennoch von weniger als 2 % der GKV-Gesamtausgaben.
Ist das nicht unfair?😵💫
Ja.
Deshalb beteiligen wir uns an den Protestmaßnahmen.
Ab Dienstag sind wir wieder wie gewohnt für Sie da.
Ihre Karls-Apotheke in Kippenheim und Mahlberg
Weil es um Menschen geht. Die Apotheke.