21/03/2022
Zum heutigen etwas verspätet mal ein ganz anderes Thema: Menschen mit Behinderung in den Bibliotheken der JGU Mainz. Habt ihr gewusst, dass man es sich als Student mit Behinderung lieber dreimal überlegt, ob man in die Bib geht oder nicht, Weil die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass man entweder mit Blicken getötet oder sogar direkt angegangen wird? Klingt im ersten Moment unglaublich, ist aber leider Realität. Gerade letzte Woche gab es bereits zwei Vorfälle, von denen wir wissen. Eine blinde Studentin wurde sehr unfreundlich auf die in der Bib herrschende Stillarbeit hingewiesen, als ihr Begleiter ihr kurz im Flüsterton etwas vorlesen musste und bekam danach keine Gelegenheit, die Situation zu erklären. Eine Rollstuhlfahrerin wurde mit Blicken getötet, als sie es wagte, in der Bib einen Stuhl zur Seite zu rücken, damit sie sich an den Tisch setzen kann. Kein Wunder also, dass man sich als Mensch mit Behinderung in der Bib Überhaupt nicht wohl fühlt und ständig Angst vor Konfrontationen dieser Art haben muss. Wie wir finden eigentlich kein Zustand! Die Bib ist verdammt noch mal für alle da! Dass man dort ungestört und möglichst in Ruhe arbeiten möchte, ist absolut verständlich, aber trotzdem noch lange kein Grund, überempfindlich zu sein und Menschen, die absolut nichts dafür können, anzugreifen. Man sollte Situationen erst einmal hinterfragen, bevor man direkt eine mutwillige Ruhestörung vermutet und in den Angriffsmodus geht. Für Menschen mit Beeinträchtigung ist es oft schon generell nicht leicht im Leben und dann braucht man nicht noch solche Erlebnisse, wo man sich immer wieder erklären und rechtfertigen muss. Wir wünschen uns, dass für uns genauso Platz in der Bib ist, wie für jeden anderen auch. Dafür möchten wir sensibilisieren und aufklären