10/04/2026
Innere Bilder im Reitunterricht – was bedeutet das eigentlich?
In meinem Reitunterricht arbeiten wir zu einem großen Teil mit inneren Bildern.
Doch was heißt das genau?
Es gibt verschiedene Wege, die alle wertvoll sind – und die ich auch alle einsetze:
🔹 Mentaltraining
Hier geht es um das bewusste Vorstellen eines gewünschten Ablaufs.
Zum Beispiel: eine klar gerittene Linie, ein gleichmäßiger Rhythmus, eine ruhige Hand.
Das unterstützt vor allem Orientierung, Fokus und Sicherheit.
Mentaltraining ist auch großartig um seine Emotionen neiu zu definieren, aus Angstreaktionen Gelassenheit werden zu lassen und vieles mehr.
🔹 Ideokinetische Bilder (Bewegung über Vorstellung)
Diese wirken auf einer anderen Ebene.
Hier wird nicht versucht, etwas aktiv zu „machen“, sondern dem Körper ein Bild angeboten, über das er sich selbst organisiert.
Das ist ein entscheidender Unterschied.
Denn viele klassische Korrekturen im Reiten führen – trotz guter Absicht – häufig zu mehr Spannung:
„Schultern zurück“, „Absatz tief“, „mehr treiben“, „ruhige Hand“
Der Körper reagiert dann oft mit Halten statt mit Bewegung.
Ein passendes inneres Bild hingegen kann genau das Gegenteil bewirken:
Es verändert den Muskeltonus, ohne dass bewusst eingegriffen wird.
🧠 Hintergrund ist die Wirkung auf die neuromuskuläre Steuerung:
Stark kontrollierende, zielgerichtete Gedanken erhöhen häufig die Grundspannung.
Offene, bildhafte Vorstellungen ermöglichen Koordination und Losgelassenheit.
💡 Kleiner Profi-Tipp
Wenn ein Bild nicht funktioniert, ist es nicht falsch –
es passt einfach gerade nicht zu dir.
👉 Dann finden wir ein anderes.
Und genau darin liegt für mich die Qualität:
gemeinsam ein Bild zu finden, das genau in deinem Körper richtig ankommt.
✨ Durch meine über 40 Jahre Erfahrung im Unterrichten mit inneren Bildern habe ich ein großes Repertoire entwickelt.
Und wenn eines nicht passt, finden wir ein neues.
Manchmal sind es 10 Wege –
und manchmal entsteht eben der 11. Weg
Foto. Das innere Bild eine Tanne zu sein, die sich nach unten verwurzelt und nach oben wächst, ohne sich zu strecken, hilft vielen in einen aufrechten, losgelassenen Sitz
Du musst nichts halten.
Du musst nichts machen.
Du lässt dich tragen –
von deiner Struktur.
Die Wurzeln beginnen ab der Körpermitte und von dort aus wächst du auch nach oben. Doch, wie ein Baum, auch ein wenig rundherum, in alle Richtung.