Trauerredner Holger Höhn

Trauerredner Holger Höhn »Die Leute sagen, dass wir alle nach einem Sinn des Lebens suchen. Ich glaube nicht, dass es das ist, was wir wirklich suchen.

Ich glaube, was wir suchen, ist eine Erfahrung des Lebendigseins …« Joseph Campbell

Karfreitag.Ein Tag, der uns still werden lässt.Ein Tag, der uns daran erinnert: Unser Leben ist endlich.Und vielleicht i...
03/04/2026

Karfreitag.

Ein Tag, der uns still werden lässt.
Ein Tag, der uns daran erinnert: Unser Leben ist endlich.

Und vielleicht ist genau heute der Moment, sich ehrlich zu fragen:
Wenn nicht jetzt – wann dann?

Wann schauen wir hin – auf das, was unausweichlich ist?
Wann übernehmen wir Verantwortung – für uns und für die, die wir lieben?
Wann hören wir auf, das eigene Leben aufzuschieben?

Denn genau darum geht es:
Nicht um den Tod allein.
Sondern darum, das Leben bewusster zu leben.

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit kann uns helfen,
klarer zu sehen, mutiger zu handeln
und das Wesentliche nicht länger zu vertagen. 

Es ist eine Einladung –
den Tod aus der Dunkelheit zu holen
und ihn als Teil unseres Lebens anzunehmen. 

Nicht schwer.
Nicht düster.
Sondern ehrlich.
Und vielleicht sogar befreiend.

Denn wer sich seiner Endlichkeit stellt,
beginnt oft erst wirklich zu leben.

Vielleicht ist heute ein guter Tag,
einen Anfang zu machen.

Aus der Serie „Baumstümpfe“
26/02/2026

Aus der Serie „Baumstümpfe“

21/02/2026

Ich hatte letztens ein Trauergespräch. Ich sitze in einem Wintergarten, vor mir mein ausgetrunkener Teebecher, mir gegenüber die Tochter der Verstorbenen und zu meiner Rechten der Witwer. Seine Frau ist gestorben. Sie hatte keine Angst vor dem Tod, sie war schon älter und litt unter Demenz. Trotzdem: Im Wintergarten ist große Trauer.

Wir unterhalten uns gut. Sprechen über das erste Kennenlernen, den ersten Tanz, das Leben. Wie sie als Mutter war und wie viel Liebe in jedem Kranz steckte, den sie als Floristin gebunden hat. Eine Stunde lang erzählen mir die beiden von diesem besonderen Leben. Es ist so schön, die Person, die nicht mehr lebt, in den Mittelpunkt zu rücken.

Wir tauchen tief in das gelebte Leben, dann reden wir über die Beerdigung, sie soll in einem Friedwald stattfinden. Also Open-Air. Mit den Gästen soll ein Lied gesungen werden – ich soll das Lied anstimmen – es wird eine persönliche Ansprache geben und natürlich Gebete und Texte. Die Tochter wünscht sich noch ein Gedicht von Rilke.

Als sich das Gespräch zu Ende neigt, sage ich: "Dann werden wir an dem Tag das Leben Ihrer Frau nochmal richtig feiern."

Die Tochter schaut mich verwundert an: Darf man das so sagen? Fragt sie.
Ich bin mir sicher: "feiern" ist ein gutes Wort, es heißt ja auch Trauerfeier. Und bei einer Beerdigung trauert man zwar um den Toten, aber wir sollten auch das Leben feiern, das gewesen ist. Die Wärme, Liebe und die Worte. Dafür trifft man sich an diesem Tag, um Abschied zu nehmen, von einem Leben, das gut war.

/ Pastor Julius Jordan in "Gesegneten Abend" auf NDR Schleswig-Holstein

Zwischen verwittertem Stein, moosbedeckten Kreuzen und goldenen Schriftzügen blieb mein Blick an einem Grabstein hängen....
19/02/2026

Zwischen verwittertem Stein, moosbedeckten Kreuzen und goldenen Schriftzügen blieb mein Blick an einem Grabstein hängen.
Dort stand schlicht und kraftvoll: „Auf Wiedersehen“.

Ich habe diese Worte im Herzen getragen.

Was für eine Verheißung beim Abschied.
Kein endgültiges Lebewohl.
Kein für immer Getrenntsein.

Sondern die leise Hoffnung:
Wir sehen uns wieder.
Über den Tod hinaus.

Gerade auf einem Friedhof, wo Endlichkeit so sichtbar wird, spricht dieser Satz von Vertrauen, von Glauben, von Liebe, die weiterreicht als unser irdisches Leben.

„Glaube, Hoffnung, Liebe – diese drei.“
Und die Liebe hört nicht auf.

Manchmal sagt ein einzelner Satz mehr als viele Worte: Auf Wiedersehen. 🙏🏻🕯️

03/01/2026

Wir steigen aus dem Ringelreihen aus.
Wir wünschen bewusst kein „Frohes neues Jahr“. 😲

Der 1. Januar ist kein energetischer Neustart.
Er ist kein kosmischer Reset.

Und trotzdem behandeln wir ihn jedes Jahr so:
mit Lärm, Feuerwerk, Müll und Feinstaub.
Mit einer Nacht, die für viele Tiere purer Stress ist und in der wir Tod und Verletzung akzeptieren, solange sie gut ins Ritual passen.

Wir feiern einen Tag, weil vor Jahrhunderten der Todestag eines katholischen Papstes namens Silvester zum Gedenktag erklärt wurde.
Nicht, weil das Leben an diesem Tag neu beginnt.

So wie der 6. Dezember Nikolaus heißt und trotzdem keine Heiligenenergie im Schokoriegel steckt.

Der trügerische (Irr)Glaube, dass am 1.1. plötzlich neue Kraft, Motivation und Klarheit bereitliegen, kommt nicht aus dem Leben selbst. Er kommt aus Kalendern, Traditionen und unserer Sehnsucht nach Ordnung. Ein sauberer Schnitt. Ein frischer Start. Ein „ab jetzt wird alles anders“. Als hätte das Leben kurz pausiert.

In Wahrheit schlafen wir am 31.12. als Mensch ein und wachen am 1.1. als derselbe wieder auf. Mit denselben Fragen. Derselben Müdigkeit.
Und derselben Sehnsucht nach Lebendigkeit, Ruhe und Frieden.

Truthbomb:
Der 1.1. schenkt uns keine neue Energie. Er verspricht sie nur und verschiebt Verantwortung elegant auf ein Datum.

Wir glauben etwas anderes:
Energie entsteht im Alltag.
Durch ehrliche Pausen.
Durch Entschleunigung auch wenn die Welt sich weiter abhetzt.

Deshalb wünschen wir kein frohes neues Jahr.
Nicht aus Ablehnung.
Sondern weil wir neue Wege gehen, um Menschen wirklich mit sich selbst
und miteinander zu verbinden.

👉 Was wir stattdessen von Herzen wünschen:
Einen guten neuen Tag.
Gestern. Heute. Am 5.1., am 11.2. und an jedem anderen ganz normalen, kostbaren Tag. 💓
Es ist, was du daraus machst. Setze ein Ende wenn es nötig ist und starte neu, wenn du es fühlst. 💪









30/12/2025

Manchmal reicht es, still ins Feuer zu schauen.
Achtsam - Einatmen - Ausatmen...
Dankbar für das, was war.
Mit Hoffnung für das, was kommt.
Und mit Barmherzigkeit - für andere und insbesondere für uns selbst.
Ein leiser Moment zum Jahresende, mit liebevollen Erinnerungen und dem zur Ruhe kommen dürfen.

🕯️ Ein Licht bleibtDas Friedenslicht aus Bethlehem.Ein kleines Zeichen der Hoffnung in dunklen Momenten. Weitergetragen ...
21/12/2025

🕯️ Ein Licht bleibt

Das Friedenslicht aus Bethlehem.
Ein kleines Zeichen der Hoffnung in dunklen Momenten. Weitergetragen von Hand zu Hand. Still. Behutsam. Verlässlich.

Eine Kerze, die sagt: Du bist nicht vergessen.
Liebe bleibt. Erinnerung auch.

Heute auf Melaten am Allerheiligen-Gottesdienst der Alt-Katholische Gemeinde "Christi Auferstehung" teilgenommen - in de...
01/11/2025

Heute auf Melaten am Allerheiligen-Gottesdienst der Alt-Katholische Gemeinde "Christi Auferstehung" teilgenommen - in der kleinen Kapelle St.
Maria Magdalena und Lazarus.

Als Trauerredner bin ich oft an Orten des Abschieds – aber dieser kleine Raum, die Kerzen, die Stille und das farbige Licht haben mich heute besonders berührt.

Allerheiligen ist nicht nur ein Datum im Kalender.
Es ist ein Tag, der uns erinnert:
Liebe endet nicht. Erinnerung trägt. Hoffnung bleibt. 🕯️✨

Ein würdiger Moment – für all die Menschen, die uns vorausgegangen sind und doch nah bleiben.

31/10/2025

Monheim am Rhein. Wenn an Allerheiligen die Friedhöfe im Kerzenlicht erstrahlen, ist es für viele Menschen ein stiller Moment des Gedenkens.

Adresse

Birkenweg 21
Monheim
40789

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