30/08/2020
Wusstest du, dass die "weiße Linie" gar nicht weiß ist 🧐?
In den meisten Fällen ist sie eher leicht gelblich, weshalb sie Anfang des 19. Jahrhunderts auf Englisch auch als "golden line" bezeichnet wurde 🤓
Aber was ist dann der weiße Bereich entlang der "weißen Linie" 🤔? Das ist der innere Teil der Hufwand!
Die Hufwand besteht nämlich aus einem pigmentierten (äußeren) Teil und einem unpigmentierten (inneren) Teil. Diese beiden Schichten sind sowohl bei weißen als auch schwarzen Hufen erkennbar, wobei sie unterschiedlich dick ausgeprägt sein können.
Und was ist die "weiße Linie" nun genau?
👉 Der unpigmentierte Wandteil ist mit einer Lamellenverbindung mit der Lederhaut des Hufbeins und - im unteren Bereich des Hufs - mit der Hufsohle verbunden. Und genau diese Lamellenverbindung wird heutzutage als "weiße Linie" bezeichnet.
🔍 Sehr gut erkennbar ist das in dem durchgeschnittenen Hufrehe-Huf auf dem Foto: die "weiße Linie" ist der gelbliche Teil zwischen der unpigmentierten (weißen) Wand und der schwarzen Sohle.
⚠️ Übrigens: wenn die Lamellenschicht nicht intakt ist (z.B. aufgrund von Stoffwechselproblemen oder auch mechanischen Einflüssen), dann entstehen Risse in der weißen Linie, welche wiederum eine Eintrittspforte für Bakterien und Pilze darstellen. Dadurch kann dann beispielsweise die "White Line Disease" (WLD) entstehen, bei der die Lamellenverbindung zersetzt wird und im schlimmsten Fall unter der Hufwand nach oben "fault" 🤯
☝️ Eine gesunde weiße Linie sollte daher nicht fasrig aussehen, sondern fest und geschlossen sein (so wie auf den beiden linken Fotos).