06/01/2026
Unsitte Hundeauskämmen im Wald
Von Ralph Rückert, Tierarzt
Nachdem ich in letzter Zeit wieder vermehrt über Hundehaarbüschel stolpere, die großzügig im Wald verteilt sind, zum wiederholten Mal der Hinweis:
Einige heimische Vogelarten fangen bei günstigen Witterungsbedingungen schon Ende Januar, Anfang Februar mit dem Nestbau an. Fast gleichzeitig werden die ersten Zecken aktiv und viele Hunde bekommen Ektoparasitika (SpotOns oder Halsbänder), um sie gegen diese Parasiten und die von ihnen übertragenen Krankheiten zu schützen.
Vögel, die ihre Nester bauen, nehmen im Wald herumliegende Hundehaare gerne als Nistmaterial an. Wurde aber der Hund, von dem diese Haare stammen, mit einem Ektoparasitikum gegen Zecken behandelt, können diese Wirkstoffe die Küken das Leben kosten. Ich finde, dass das eine ganz einfach zu verstehende Info ist.
Zusätzliches Problem: Selbst die Haare eines nicht mit Ektoparasitika behandelten, aber langhaarigen Hundes können zu einer Gefahr für die Küken werden, wenn sie sich darin verwickeln oder sich damit die Beine abschnüren. Hat man als Tierarzt alles schon gesehen!
Also, kämmt doch bitteschön Eure Hunde zu Hause aus und entsorgt die anfallenden Haare über den Müll!
Noch eine Anmerkung: Einen Hund mit einem wirksamen Präparat gegen Ektoparasiten wie Zecken und Flöhe zu schützen, ist aus tiermedizinisch-wissenschaftlicher Sicht eine vernünftige Vorgehensweise. Dieser kurze Text beschäftigt sich einzig und allein mit der Gefahr, die von den willentlich im Wald verteilten Haaren solcherart behandelter Hunde für Vogelküken ausgeht. Wer auch immer in den Kommentaren versucht, den Ektoparasitenschutz für Hunde zu diskutieren, wird blockiert!