08/12/2025
✨ Adventstürchen Nr. 8 – Gastbeitrag von Steffi Brunner ✨
Steffi begleitet Pferde als Horsemanship-Trainerin & Pferdeosteopathin. Sie verbindet feines Training mit fundiertem Körperwissen – immer mit dem Ziel, die echte Ursache hinter Problemen zu finden und nicht nur Symptome zu behandeln.
Warum das Kiefergelenk so oft der Schlüssel ist:
In meiner Arbeit als Pferdeosteopathin habe ich in rund 80 % der Fälle mit Kiefergelenksblockaden zu tun. Viele hören das zum ersten Mal – doch das Kiefergelenk war schon oft der fehlende Baustein für einen lockeren Rücken oder die Erklärung für eine ungeklärte Lahmheit. Es geht nicht darum, das Offensichtliche zu behandeln, sondern die Ursache zu finden. Und sehr häufig liegt diese im Kiefer. Natürlich kann auch ein verspannter Rücken das Kiefer beeinflussen – der Körper arbeitet nie isoliert.
Wie entstehen Blockaden im Kiefergelenk?
➡️ Zahnbehandlung & Maulgatter: Durch das lange Offenhalten verspannen die Kaumuskeln. Deshalb: Nach dem Zahnarzt immer osteopathisch checken.
➡️ Zahnprobleme: Pferde kauen einseitig → das Kiefergelenk wird ungleich belastet.
➡️ Stress: „Zähne zusammenbeißen“ kennen wir selbst – Pferde tun das genauso, nur leiser.
➡️ Sattel, Trense, Gebiss, Reiterhand: Alles, was Spannung im Kopf-Hals-Bereich erzeugt, kann das Kiefer direkt beeinflussen.
➡️ Ungünstiges Raufuttermanagement: Pferde sind fürs Fressen vom Boden gemacht. Dabei rutscht der Unterkiefer nach vorne – wichtig für die natürliche Beweglichkeit. Hohe Heunetze verhindern das.
Werden Kiefergelenksprobleme nicht erkannt, kann sich das auf den ganzen Körper auswirken und langfristig zu Blockaden, Verspannungen oder Fehlhaltungen führen. Das Kiefer ist einer der sensibelsten – und gleichzeitig unterschätztesten – Bereiche im Pferdekörper.
Ich wünsche euch und euren Pferden eine entspannte, friedvolle Weihnachtszeit.
Liebe Grüße, Steffi Brunner – Horsemanship & Osteopathie 🎄🤍🐴