13/12/2025
Impuls #13: Die Beobachterübung
Dies ist eine Achtsamkeitsübung aus der Traumatherapie. Sie kann helfen, Abstand zu belastenden Gefühlen, Bildern und Gedanken zu bekommen. Die Übung ermöglicht Distanz, ohne Gefühle zu unterdrücken. Der*die innere Beobachter*in bewertet nicht. Sie/er schaut nur zu. Gerade in schwierigen Momenten kann diese Haltung helfen, wieder mehr Handlungsspielraum und Selbstmitgefühl zu entwickeln. In der Position des inneren Beobachters kannst du Gedanken und Gefühle erleben, ohne mit ihnen zu verschmelzen. Anleitung:
Nimm dir genug Zeit an einem ungestörten Ort, wenn du die Übung durchführen möchtest. Stell dir einen Timer, z. B. auf 2, 5 oder Minunten. Am Anfang eher kürzer als länger. Nimm eine angenehme Körperhaltung ein, in der du eine Weile sitzen kannst.Nimm deinen Körper wahr und alles was sich dort zeigt. Deine Sitzhaltung, deine Körpertemperatur, deinen Atem, wie dein Körper sich beim Atmen bewegt, kitzeln, kribbeln etc.. Nimm die Gefühle wahr, die sich zeigen. Benenne sie, schau, wie und wo sie sich im Körper zeigen. Sieh dir dabei zu, wie du da sitzt. Mache dir dann bewusst, dass du deinen Körper und deine Gefühle beobachten kannst. Du bist also mehr als dein Körper und deine Gefühle. Nimm nun auch deine Gedanken wahr. Beobachte sie einfach neugierig, wie sie nacheinander auftauchen und sich abwechseln. Bewerte sie nicht, sei einfach neugierig auf den nächsten Gedanken und den nächsten etc. Mach dir bewusst: Weil du deine Gedanken wahrnehmen und beobachten kannst, bist du mehr als deine Gedanken. Dann beobachte, wie du beobachtest. Diese:r Beobachter:in des Beobachters kann alles mit Abstand betrachten, ohne direkt betroffen zu sein. Trainiere deine:n Beobachter:in so oft du kannst, vor allem wenn es dir gut geht. Dann kannst du die Technik auch eher anwenden, wenn es dir nicht so gut geht.