09/03/2021
Das Holz-Element ist äußerst emotional. So lebendig wie der Frühling. So wechselhaft und launisch wie das Wetter in dieser Jahreszeit. Mal ist es heiß, mal ist es kalt, mal sonnig, mal regnerisch. Hin und wieder gibt es Gewitter, Sturm und Hagel. Im Spannungsfeld zwischen vergangenem Winter und kommenden Sommer buhlen Yin und Yang um die Vorherrschaft. Unterschiedliche Energien versuchen dabei, die Vorherrschaft zu erlangen. Das sorgt für Abwechslung, Intensität und Turbulenzen. Ähnlich sieht es in unserer Gefühlswelt aus, wenn die Holz-Energie dominiert oder wir uns aufgrund der aktuellen Lebensumstände in einer Holz-Phase befinden. Im für das Holz-Element so charakteristischen Gefühlsmix sticht eine Emotion besonders hervor: Die Wut. Frühling ist Wachstum und Wachstum ist Ausbreitung. Nicht immer kann man sich einfach so seinen Raum nehmen. Oft ist dieser besetzt. Oft gibt es Widerstand. Oft wird einem das schwer gemacht. Da braucht es Biss und Nachdruck, um sein angestammtes Territorium geltend zu machen. Das geht nicht, wenn man mit dem Hintern auf der Couch festklebt. Das geht nicht, wenn man immer und überall klein bei gibt. Das geht nicht, wenn man nur Miauen, aber nicht Brüllen kann.
Der Frühling sagt daher: Packen wir’s an. Jetzt. Sofort. Hinaus in die weite Welt und Tun, Tun, Tun… Die Frühlingsenergie ist geladen, wie eine Knospe kurz vor dem Aufspringen, wie ein Keimling, der sich durch Erde und andere Hindernisse kämpfen muss, um ans Licht zu gelangen. Dazu braucht es Aggression. Aggression heißt wörtlich übersetzt: Angehen, herangehen. Also quasi: Umsetzen. Solange sich die Frühlingsenergie regelmäßig entladen kann, ist alles gut. Probleme entstehen, wenn es zu Stauungszuständen kommt, wenn der Entfaltungsdrang aufgehalten wird. Das macht die Holz-Energie ins uns wütend. Wut und Zorn unterstützen das Holz-Element, wenn es darum geht, sich einen versperrten Weg freizuboxen oder seinen Raum zu verteidigen.