28/05/2026
Die Zeit der Gewitter 🌩️ ist wieder da. Kennt jemand von euch die sogenannte Wetterkerze?
Früher wurde sie auch „Schauerkerze“ genannt und bereits um 1497 in kirchlichen Unterlagen erwähnt. Ursprünglich waren diese Kerzen weiß. Ihre schwarze Farbe entstand, weil Küster die Wachsreste alter Kerzen sammelten und wiederverwendeten. Durch das Beimischen von Kerzenruß färbten sich die Kerzen dunkel. In vielen Klöstern findet man bis heute Wetter- oder Schauerkerzen, oft mit wunderschönen religiösen Motiven verziert.
Die schwarze Wetterkerze begleitet mich schon seit meiner Kindheit. Sowohl meine Oma als auch meine Ma hatten immer eine zuhause – häufig mit der Schwarzen Madonna von Altötting oder mit Gebetssprüchen darauf. Solche geweihten Kerzen bekommt man heute noch in Klosterläden und an Wallfahrtsorten.
Als Kind fragte ich mich oft: Warum musste es eigentlich eine schwarze Kerze sein? Und kann sie wirklich Unwetter, Blitz und Sturm fernhalten? In der Volksmagie symbolisiert die schwarze Wetterkerze Schutz und das Vertreiben negativer Energien und Ängste.
Ich selbst hatte früher große Angst vor Gewittern. Wenn nachts ein starkes Unwetter aufzog, standen wir auf, saßen gemeinsam in der Küche und zündeten die Wetterkerze in der Mitte des Tisches an. Zusammen beteten wir, dass das Gewitter vorüberziehen möge. Ich glaube, dass besonders die Gemeinschaft, die Gebete und die ruhige Atmosphäre Kraft und Trost gegeben haben.
Auch früher war das in vielen Familien so: Man versammelte sich in der Stube, betete mit dem Rosenkranz in der Hand – und die schwarze Wetterkerze durfte dabei nie fehlen.
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