18/08/2021
Das Prinzip der "Hormesis" wunderschön erklärt von Dr. Gerrit Keferstein - danke dafür!
Hormesis - Das wichtigste biologisch-medizinische Prinzip was kaum einer kennt
Physiologie - Wenn du im Garten gearbeitet hast, dann tun deine Hände danach ein bisschen weh. Vielleicht hast du dir auch eine Blase geholt. Zwei Tage später ist deine Hand stärker als vorher. Deine Haut ist widerstandsfähiger, durch den Keimkontakt ist das Immunsystem deiner Haut mit einer breiteren Immunabwehr ausgestattet, und natürlich sind auch die Muskeln und Sehnen in deiner Hand stärker geworden. Gartenarbeit ist ein Risiko. Tetanus, Entzündungen, Verletzungen und Sonnenstich kannst du dir dabei holen. Aber auf der anderen Seite des Risikos wartet eine stärkere Hand, ein schönerer Garten, und eine erfülltere Seele.
Psychologie - Du hast Angst davor mit anderen Menschen ins Gespräch zu gehen. Das ist ein Risiko. Es könnte ja was schlimmes passieren. Du könntest entblösst werden. Dann gehst du allerdings bewusst und absichtlich ins Risiko. Du sprichst jemanden an. Es war ein mittelmässiges Gespräch. Aber das wichtige : Du hast jetzt 0,1% mehr Mut. Du fühlst dich stolz.
Das sind beides Beispiele von Hormesis. Hormesis beschreibt die Anpassung von biologischen Lebensformen an seine Herausforderungen.
"Was nicht tötet härtet ab" sagt man dazu platt. Allerdings wird dieser Spruch nicht den wirklich wichtigen medizinischen Qualitäten von Hormesis gerecht. Denn hormetische Medizin kann Menschen heilen, wo die Pharmakologie nicht weiterkommt.
Durch den gezielten Einsatz von Hitze, Kälte, Bewegung, Stress, Angst, Nahrungsentzug, Wasserentzug, Risiko, und auch die gezielte Konfrontation mit Keimen, wird der Körper nämlich widerstandsfähiger und robuster.
Hast du dich mal gefragt warum Naturvölker so gut wie gar keine chronischen Erkrankungen haben und bei uns fast jeder Dritte über 40? (Naturvölker haben keine deutlich kürzere Lebenserwartung als wir)
Hast du dich mal gefragt warum chronische Krankheiten seit den 1970ern durch die Decke gehen? 1960 hatten noch 0,6% der Deutschen Diabetes Typ 2. Heute sind es 12%. Jeder 8.!
Der Grund ist zu einem grossen Teil, dass wir unsere Körper nicht mehr hormetisch herausfordern.
Ein Leben in wohl temperierten Räumen, mit konstanter Nahrungszufuhr, ein Leben in Angst, und ohne Risiko, Degeneration von Mut.
Big Pharma will dir dafür das nächste Diabetes Medikament verkaufen. Die nächste Pille für all die Probleme, die du aber eigentlich nur hast, weil du keine Hormesis mehr betreibst.
Hier ein Auszug aus https://immunsignatur.de :
Biologie "verschleisst" nicht
Dass biologische Lebewesen grundsätzlich anders reagieren als mechanische Systeme wie Autos und Maschinen war immer bekannt, ist aber -gerade in der Medizin - sehr in Vergessenheit geraten.
Für ein Auto ist es korrekt zu sagen, dass es mit jeder weiteren Benutzung schlechter wird. Bei biologischen Körpern wie unseren ist es jedoch so, dass sie mit Benutzung besser werden. Der Mangel an Herausforderung führt jedoch zur Degeneration aller körperlichen Systeme.
Eine Autofelge wird mit mehr Kilometern immer schlechter.
Ein Knorpel im Knie wird mit mehr Kilometern bei richtiger Nutzung und ohne Metaflammation jedoch durch Herausforderungen besser.
Denn im Gegensatz zu einer Autofelge, tauscht sich das Material in unseren Gelenk täglich und ständig neu aus. Es besteht ein fließendes Gleichgewicht zwischen Knorpelabbau und Knorpelaufbau. Erst wenn der Knorpelaufbau (z.B. durch Metaflammation oder Nährstoffmängel) gestört ist, oder aufgrund Metaflammation ein übermäßiger Knorpelabbau entsteht (erinnerst du dich an die chronische Makrophagenaktivität), dann verschiebt sich das Fließgleichgewicht und der Knorpel wird weniger.
In der Medizin ist diese fundamentale, biologische Realität so in Vergessenheit geraten, dass sich die meisten Orthopäden an den oberen drei Sätzen sehr stören würden. Aber gerade in den letzten Jahren wird die Rolle des Stoffwechsels in selbst so mechanischen Bereichen wie der Orthopädie wieder neu entdeckt. Zu der Arthrose sagt man in vielen Fällen jetzt schon "metabolische Arthrose".
Hormesis - die vergessene Wissenschaft
Die wunderbare Fähigkeit von biologischen Lebewesen auf Herausforderung mit WACHSTUM, anstatt mit Verschleiss zu reagieren, ist das was LEBENDIGES so besonders macht. Diesen Prozess nennt man HORMESIS. Alles was diese Herausforderung für die HORMESIS darstellt, nennt man einen HORMETISCHEN REIZ.
Ein hormetischer Reiz macht das biologische System für einen kurzen Zeitraum schlechter, dann schläft man eine Nacht drüber, und wacht am nächsten Morgen BESSER und GESÜNDER auf.
Ein System, was HORMESE verliert (aufgrund von fehlenden Herausforderungen und/oder fehlenden Ressourcen), das verliert an Lebendigkeit. Wenn man sich selber dabei erwischt, dann sagt man dazu auch gerne "Ich FUNKTIONIERE nur noch", denn FUNKTIONALITÄT ist eine Eigenschaft von mechanischen Systemen und nicht von lebendigen, biologischen Systemen. Ein biologisches System LEBT. Ein mechanisches System FUNKTIONIERT.
Seitdem René Descartes im 17. Jahrhundert die Medizin durchmechanisiert hat, sind wir sehr viel besser darin geworden MECHANISCHE Probleme im Menschen zu lösen (Knochenbrüche, Darm- oder Herzverstopfungen, etc.), aber wir haben gleichzeitig die wunderbare Wissenschaft der HORMESIS etwas aus den Augen verloren. Und das fehlt uns besonders in der Prävention und Behandlung von chronischen Erkrankungen. Deswegen sagen wir dazu: "Merci, René!", aber eine neue Zeit bricht an!
Möge das MOJO mit euch bleiben! 😘