
15/01/2024
AUS DER DIABETES STIFTUNG: GEFÖRDERTE STUDIE ZEIGT DEFIZITE BEI DER QUALITÄTSSICHERUNG VON PRAXISLABOREN
Viele Diabetologen in Schwerpunktpraxen verfügen über ein eigenes Labor, um vor Ort u.a. die Glukose-Konzentration im Blut messen zu können. Nicht in jeder diabetologischen Praxis wird jedoch die nach RiliBÄK geforderte Qualität der Labormessungen sichergestellt. Dies ist das Ergebnis einer von der Deutschen Diabetes Stiftung geförderten Studie der Kommission Labordiagnostik der DDG/DGKL, die jetzt veröffentlicht wurde.
Für die Studie wurden 71 Diabetologen befragt. In 61 der Praxen wird ein eigenes Praxislabor betrieben. 97 Prozent dieser Praxen haben ein Qualitätsmanagement, aber nur 79 Prozent nehmen an externen Qualitätskontrollen teil. Ein Qualitätsmanagement-Handbuch war lediglich in 61 Prozent der Praxen vorhanden. 10 Prozent der Praxen gaben an, die Messung nicht innerhalb von 30 Minuten nach der Blutentnahme durchzuführen, was die Ergebnisse verfälschen kann.
„Die Befragung weist auf einen erheblichen Fortbildungsbedarf hin“, so Prof. Dr. Rüdiger Landgraf, einer der Autoren der Studie. „Es gibt Defizite bei den Kenntnissen zu einer qualitätsgesicherten Labordiagnostik, einem entsprechenden Qualitätsmanagement und bei der Umsetzung der Richtlinien der Bundesärztekammer.“
Ein Grund für die unbefriedigenden Ergebnisse sei sicherlich, dass in Deutschland ein Praxislabor schon länger nicht mehr kostendeckend finanziert sei. Es sei wünschenswert, wenn die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) eine Schulungsinitiative starte, um rasch eindeutige und nachhaltige Verbesserungen zu erreichen.
[Studie: Schwarz T, Scheper N, Freckmann G et al. Güte der Glukosemessung in niedergelassenen diabetologischen Praxen basierend auf einer Strukturbefragung. Diabetol Stoffwechs 2023; 1–6]
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