14/02/2026
Slow Yoga und Kraft schließen sich für mich nicht aus.
Im Gegenteil: Ein reguliertes Nervensystem und muskuläre Stabilität unterstützen sich gegenseitig.
Ab dem 30. Lebensjahr beginnt schleichend Muskelabbau (Sarkopenie). Ohne gezielte Reize nimmt Kraft kontinuierlich ab. Besonders in den Beinen, Hüfte und Schultergürtel. Genau diese Bereiche entscheiden später über Stabilität, Aufrichtung und Sturzprävention.
Regelmäßige Kraftimpulse stabilisieren Gelenke, verbessern die Knochendichte, unterstützen Stoffwechselprozesse und wirken sich positiv auf Stimmung und Stressregulation aus.
Deshalb integriere ich in meine Slow-Yoga-Stunden kleine Kraftinseln. Es geht mir nicht um Leistung oder darum, dass alle alles „richtig“ machen. Ich sehe es als präventiven Impuls und als Investition in das zukünftige Selbst.
Natürlich ist nicht jede Variante für jeden Körper geeignet. Progression und Wahlmöglichkeiten gehören für mich selbstverständlich dazu.
Im Studio liegt mein Fokus stärker auf Regulation und längeren Haltezeiten. Im Gym ist die Aktivierung etwas präsenter. Die Räume verändern sich, aber ich bleibe ich.
Yoga ist für mich kein reines Entspannungsformat mehr. Es ist ein ganzheitlicher Erfahrungsraum für Kraft, Emotionen und Regulation.
Und auch wir Lehrende entwickeln uns in diesem Raum weiter. Feedback darf sein. Bewertung gehört manchmal dazu. Beides definiert nicht den eigenen Wert.
Vielleicht bedeutet nachhaltige Praxis genau das:
Heute so zu üben, dass der Körper uns auch in 20 Jahren noch trägt.
Love,
Taj Shabad