20/03/2026
Manchmal vergesse ich selbst, wie einfach es eigentlich ist.
Ich ertappe mich dabei, wie ich schon beim ersten Schluck Kaffee gedanklich bei den nächsten Themen bin. Oder wie ich beim Spazierengehen nicht wirklich gehe, sondern plane, bewerte, durchdenke. Und dann sind diese Momente plötzlich vorbei, ohne dass ich wirklich da war.
Was sich für mich durch die Achtsamkeit verändert hat, ist nichts Spektakuläres – eher etwas sehr Leises:
Ich erinnere mich öfter.
Ich erinnere mich daran, den warmen Becher wirklich in den Händen zu spüren.
Einen Atemzug bewusst zu nehmen.
Oder meinem Gegenüber wirklich zuzuhören, statt innerlich schon zu antworten.
Und jedes Mal, wenn ich zurückkomme, ist da tatsächlich etwas spürbar: mehr Ruhe, mehr Weite, manchmal sogar so etwas wie stille Freude – ganz ohne besonderen Anlass.
Nicht, weil plötzlich alles perfekt ist.
Sondern weil ich da bin.
Für mich liegt genau darin dieser „unendliche Reichtum“, von dem Thich Nhat Hanh spricht.
Nicht irgendwo im Außen, sondern in diesen kleinen, oft unscheinbaren Momenten, in denen wir wirklich präsent sind.
Und vielleicht ist das die Praxis:
Nicht immer achtsam zu sein – sondern es immer wieder zu bemerken, wenn wir es nicht sind.
Und sanft zurückzukehren.
Eigentlich einfach aber trotzdem nicht leicht.
Tägliches Üben hilft 🙃