25/10/2021
Hier ist ein "Bonbon" für EKG-freaks. Das EKG ist unabhängig vom Beschwerdebild des Patienten, es ist einfach l'art-pour-l'art spannend.
Was zeigt das EKG? Was ist das für ein Schrittmacher? Funktioniert er gut?
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EKG-Befund:
Grundrhythmus: normofrequenter Sinusrhythmus.
Frequenz (atrial, ventrikulär): ca 80bpm.
Lagetyp: Steiltyp.
QRS-Breite: schmale QRS-Komplexe.
RS-Umschlag in: V4.
ERBS: abgeflachte T-Wellen in aVL, sonst keine.
Auffälligkeiten: es gibt ein Spike zwischen der P-Welle und QRS-Komplex.
Lösung:
His-Bündel-paceing mit atrial getriggerter ventrikulären Stimulation. Anhand des EKGs funktioniert der Schrittmacher nicht fehlerhaft.
His-Bündel-paceing bedeutet, dass eine Elektrode mittels mapping auf das (oder in der Nähe des) His-Bündels gelegt wird. Hiermit entsteht kein pathologisches Depolarisationsmuster, wie zum Beispiel mit einer RV-Sonde, sondern die Erregung läuft über die physiologischen Bahn.
Sicherheitshalber kann eine RV-Sonde gelegt werden, da die Dyslokation eine relativ häufige Komplikation ist, jedoch wenn der Operateur große Erfahrung gesammelt hat, kann auf die Sicherheitssonde verzichtet werden. Die His-Bündel-Sonde hat meistens eine schlechte Sensing und hohe Reizschwellen, um die Sensing zu verbessern kann ebenfalls eine RV-Sonde gelegt werden. Hohe Reizschwelle bedeutet mehr Strom für die Stimulation, die Lebensdauer ist dementsprechend durchschnittlich kürzer als beim Schrittmacher mit RV-Stimulation.
Die aktuelle Leitlinien sind meine Meinung nach eher konservativ/restriktiv bzgl. der Indikation für His-Bündel-paceing. Die Indikation ist grundsätzlich bei AV-Knoten-Erkrankung mit voraussichtlich hohem paceing-Anteil (mind. 20%) bei nicht hochgradig eingeschränkter LVEF und schmalem QRS-Komplex (