07/03/2026
Liebe Patientinnen und Patienten! Liebe Eltern!
Ich bedanke mich bei unserer Gesundheitsministerin für die Kampagne "Wahlärzte und Geldsorgen"!
Wir hatten schon oft die Überlegung, eine Preisliste online zu veröffentlichen. Allerdings ist die Crux dabei, dass es unmöglich ist anzugeben, wie hoch die Rückerstattung durch die Krankenversicherungen sein wird. Diese Rückerstattung ist von einem undurchsichtigen Dschungel an Regelungen, von unterschiedlichen Krankenversicherungen, und von unterschiedlichen Tarifen bzw. Versicherungspaketen diverser Privatversicherungen abhängig. Aus diesem Grund habe ich mich dagegen entschieden, eine Preisliste zu veröffentlichen.
In unserer HNO-Ordination werden viele Kinder und Jugendliche behandelt, ich habe mir den Ruf eines Kinder-HNO-Arztes erarbeitet.
Eine Erstvorstellung eines Kindes beinhaltet ein kurzes Gespräch mit dem kleinen Patienten selbst (um dessen sprachliche Fähigkeiten zu testen), ein Gespräch mit den Eltern oder sonstigen Begleitpersonen, eine HNO-ärztliche Untersuchung, ein Gespräch über den Therapieplan, und die Mitgabe von diversen Merkblättern (z.B. erste Maßnahmen bei HNO-Infekten zuhause, Allergien, Ernährung, Stimmhygiene, etc.), um in Zukunft weitere ärztliche Konsultationen auf ein Minimum zu reduzieren (und dadurch Kosten und Ressourcen des Gesundheitssystems zu schonen). Der zeitliche Aufwand für diese erste Vorstellung ist mit 15-20 Minuten kalkuliert, hierfür werden derzeit 120 € verrechnet (dieser Betrag wurde trotz Inflation von mir seit 3 Jahren nicht verändert, geringe Erhöhung in Zukunft jedoch wahrscheinlich). Sollten zusätzliche Leistungen wie aufwändige Endoskopien (auch bei Säuglingen), instrumentelle Ohrreinigung (bei Kindern oft mühsam und aufwendig), Ultraschall, spezielle Hörtests oder Allergietests notwendig sein, oder ist mehr Zeit für ein therapeutisches Gespräch notwendig, so kann sich dieser Betrag auch erhöhen. Ein ausführlicher Arztbrief ist inkludiert. Für die Organisation eines operativen Eingriffes wird eine Organisationspauschale verrechnet.
Folge-Ordinationen, sofern notwendig, werden mit einem deutlich geringeren Betrag verrechnet.
In diesem finanziellen Spektrum bewegen sich - sofern ich das durch Gespräche mit KollegInnen erfahren habe - die meisten meiner HNO-Wahlarzt-KollegInnen in der Steiermark.
Es ist mir bewusst, dass auch 120 Euro für viele Familien viel Geld ist, ich versuche daher auch alles daran zu setzen, die Konsultationen auf ein Minimum zu reduzieren. Dann muss man sich auch keine Sorgen machen. Weder um die Gesundheit des eigenen Kindes (sollte ja das Wichtigste sein), noch um die eigenen Finanzen.
Wir haben eigene "Kinder-Slots" geschaffen, um die Wartezeit auf einen Termin auf maximal 2-3 Wochen zu reduzieren, oft werden durch Terminabsagen auch früher Termine frei, aber auch wir können nicht immer alle Wünsche erfüllen.
Insofern hoffe ich, den Wunsch der Gesundheitsministerin nach Transparenz hiermit erfüllt zu haben. Allerdings würde ich mir auch eine transparente Darstellung sämtlicher Versicherungsträger über die Regelungen und Tarife der Kostenrückerstattung wünschen!
Ich wünschen Ihnen allen ein wunderschönes Frühlingswochenende!
Ihr,
Georg Philipp Hammer
Nicht zu wissen, wie hoch die Rechnung nach einem Wahlarztbesuch sein wird, bereitet vielen Menschen Sorgen. Genau deshalb braucht es mehr Transparenz bei Wahlarzt-Honoraren. Patient:innen sollen schon vor einer Behandlung wissen, in welcher Preisspanne sich die Kosten bewegen werden.