26/02/2024
"Nicht ärgern, nur wundern"
In über 30 Jahren im Sattel mit verschiedenen Pferden, den eigenen, denen von Freunden, denen in Beritt, zur Korrektur, dazu noch bald 20 Jahre Berufserfahrung in der Pferdesparte erlebt man schon so einiges, das dürft ihr mir, liebe Leser, glauben.
Doch die Entwicklungen der letzten Zeit erscheinen mir sehr bedenklich. Überall Werbung für Zusatzfutter statt Herstellung von qualitativ hochwertigen Heu (und leider, ohne gewisse Zusätze geht es kaum mehr), Werbung für Coachings ohne Ende, Pferde als Spiegel, Pferdementor, der Reitplatz als Natur zum Erholen, Knotenhalfter macht happy, Sporen und scharfe Gebisse als Lösung für mangelndes Können der Reiter/Ersatz für das eigene Fitnesstraining, kaum Wissen um die Wirkung verschiedener Gebisse, korrekter Grösse, passenden Sätteln ... die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Seit KI und social media finde ich immer mehr abgekupferte Texte - nicht nur von anderen Autoren, sondern auch von mir, in Kombination mit dem Anpreisen des eigenen Angebots... möge es so sein, solange nicht die Pferde die Leidtragenden sind... dass vielen ein gewisses Maß an Kreativität abhanden gekommen ist, könnte man ja der aktuellen Bildungslaufbahn zuschreiben bzw. der Zeit, die mit dem Handy verbracht wird. Laut Hirnforschung macht das dumm. Also lieber zum Pferd, Sport machen, ein Buch nehmen.
Dann gibt's Reiter, die ein Pferd kaufen wollen, dass der Beschreibung nach besser ein Steckenpferd wäre - also ohne jegliche Zeichen eines lebendigen Tieres (Spiegel des inneren Zustandes dieser Menschen?). Und die nur Dinge finden, die nicht passen (Spiegel der eigenen Unzufriedenheit?) Zugegeben, ein Pferd, das auf Leistungssport gezüchtet wurde, eignet sich nicht unbedingt für gemütliche Ausritte (Themenverfehlung). Das sollte man sich vorher klar machen.
Welch eine Wohltat war es hingegen, nach so vielen Jahren wieder einmal Pferdeleute vom alten Schlag kennen zu lernen... dazu ein anderes mal mehr, die Zeichen sind zu Ende, der Text zu lang...