05/02/2014
Auswertung der Studie: Mag. Karolin Türk
„Die Auswirkungen von Tiefenentspannung in der Gruppe mit Klangschalen und Gong bzw. Einzel Klangmassage Sitzungen nach Peter Hess© auf TINNITUS Betroffene“
Die TeilnehmerInnen:
Die Gruppe bestand aus 6 Freiwilligen ( 3 Frauen, 3 Männer) im Alter zwischen 25 und 82 Jahren. Die Dauer der jeweiligen Belastung durch Tinnitus lag zwischen 9 Monaten und 32 Jahren.
Fünf TeilnehmerInnen befanden sich also im so genannten chronischen Stadium (länger als 1 Jahr) - eine TeilnehmerIn im subakuten Stadium (zwischen 3 Monaten und 1 Jahr).
Durchführung:
Im Mai und Juni 2010 bot ich in Zusammenarbeit mit der Tinnitus Selbsthilfegruppe Graz 8 Abendeinheiten zur „Tiefenentspannung mit Klangschalen und Gong mit geführter Phantasiereise“ an, die jeweils im Seminarraum der Österreichischen Schwerhörigen Selbsthilfe in Graz stattfand und 1 Stunde dauerte. Im Laufe der ca. 6 Wochen hatte jedes Gruppenmitglied die Gelegenheit, 3 Einzelsitzungen „Klangmassage nach Peter Hess“ (Dauer: 50 min.) von mir zu erhalten.
Befragung:
VOR Beginn der kleinen Studie und nach jeder Einzel- bzw. jeder Gruppensitzung bat ich die TeilnehmerInnen, einen Feedbackbogen zu ihrer aktuellen Befindlichkeit auszufüllen; ebenso einen Abschlußbogen NACH Beendigung der Studie.
In den Kategorien: Tinnitusgeräusch, Stress, Erschöpfung, Ängstlichkeit, Depressivität, Schlafstörungen und Aggressivität gab es eine 7 stufige Skala, die von „überhaupt nicht“ bis „sehr stark /oft“ reichte und von den TeilnehmerInnen anzukreuzen war.
Ergebnis:
Durch den Vergleich der VOR und NACH ABSCHLUSS der Studie ausgefüllten Feedbackbögen ergibt sich folgendes sehr erfreuliches Bild:
Alle TeilnehmerInnen hatten in mindestens 3 von 7 Befindlichkeitskategorien eine subjektive Verbesserungen erfahren.
Die Kategorien, in denen es die häufigste Verbesserung gab waren Stress ( bei 5 aus 6 Personen) und Erschöpfung (5 aus 6), gefolgt von Depressivität (4 aus 6), Tinnitusgeräusch (3 aus 6) und Aggressionen (3 aus 6) und schließlich Ängstlichkeit (2 aus 6) und Schlafstörungen (2 aus 6)
Nur überhaupt ein einziges Mal wurde in einer Kategorie eine Verschlechterung angezeigt (Erschöpfung); das heißt, es haben fast alle Parameter zum Besseren tendiert (24 mal) oder sind gleichgeblieben (17 mal).
Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass sich die Bewertung der Belastung nicht nur um jeweils einen Punkt in der Skala nach unten bewegt hat, zum Beispiel von 4 auf 3 oder von 2 auf 1, sondern in der Kategorie Stress um zusätzliche 7 Skalenpunkte, in der Kategorie Erschöpfung um zusätzliche 3 Punkte und in der Kategorie Tinnitusgeräusch um zusätzliche 2 Punkte.
Die höchste Anzahl an subjektiven Verbesserungen war bei der TeilnehmerIn im subakuten Stadium zu verzeichnen (6 Kategorien besser / 1 Kategorie gleich).Bei den TeilnehmerInnen im chronischen Stadium konnte ich keinen Zusammenhang mit dem subjektiven Empfinden einer Verbesserung und der Dauer der Tinnitus Betroffenheit herstellen.
Die Verlaufskurven der individuellen Befindlichkeit in den einzelnen Kategorien lassen zwar bei Einigen eine Tendenz zum Positiven erkennen, weisen jedoch eine Auf- und Abbewegung in den Kurven über die ca. 6 Wochen auf. Schließlich wurden private und berufliche Stresssituationen im Fragebogen nicht berücksichtigt.
Durch mündliche und schriftliche Rückmeldungen ergab sich für mich jedoch das Bild, dass die TeilnehmerInnen merklich entspannter, stressfreier und ausgeglichener heimgingen, als sie gekommen waren.
Persönliche Aussagen der TeilnehmerInnen zu ihren Erfahrungen mit den Klangschalen:
„…Schwingungen, Vibrationen in den Füßen, im Brustraum, am ganzen Körper…“
„…diese Stunde bringt immer viel innere Stärke – meinen Lärm zu ertragen“
„ …drei Tage nach der Therapie schlafe ich anders … der Kopf ist frei...“
„Gefühl der Leichtigkeit, Wärme…“
„… Ruhe, Gelassenheit, Friede und Wohlbefinden in meinem Körper…“
„…ein neues Gefühl, mit den Tönen körperlich mitschwingen zu wollen… in Einklang kommen…“
„..ausgeglichene Grundkonstitution – noch 2-3 Tage nach der Einzelsitzung…“,
„..mein Blutdruck (sonst eher hoch) ist 2-3 Tage nach der Klangmassage niedriger…“
Schmerzen im Hüftgelenk wurden auffallend besser… ohne andere Therapie…“
„wellenartige, .. schwallartige Beruhigung…“
„Klangmassage ist eine Möglichkeit den Tinnitus zu integrieren…“
„ starkes Gefühl der >Weitung< von Nacken, Schläfen und Stirnschädelknochen…“,
„ausgeprägtes Gefühl der Harmonisierung rechts/links und obere / untere Körperhälfte…“
„..mir wurde neuerlich bewusst, wie wichtig es ist zu lernen, den Tinnitus >sein zu lassen< und dafür positive Reize aus der Umgebung auf zunehmen….“
„… die Art der Ruhe ist tief…“
Ich möchte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern danken, dass sie sich auf diese neuen Erfahrungen eingelassen haben und mir durch ihre persönlichen Rückmeldungen Gelegenheit gegeben haben, diesen Bericht mit plastischen Bildern und nachvollziehbaren Eindrücken - auch für Menschen, die mit Tiefenentspannung und Klangmassage noch keine Erfahrungen gemacht haben - zu füllen.
Eine Bemerkung meinerseits: erst nach Abschluss der Studie ist mir aufgefallen, dass die Liste der Kategorien ausschließlich „negativ“ besetzt war; ich hätte auch Kategorien wie Lebensfreude, Ausgeglichenheit, Kreativität… einfügen und abfragen können…. deshalb freut es mich besonders, dass in den schriftlichen und auch mündlichen Rückmeldungen gerade diese positiven Begriffe relativ oft „von selbst“ vorgekommen sind.
Ich wünsche allen Teilnehmerinnen weiterhin alles Gute im Umgang mit „ihrem“ Tinnitusgeräusch.
Ausblick:
Ich habe vor, im Herbst wieder eine Gruppe für Tinnitus Betroffenen zu führen und werde Ort, Zeit und Kosten rechtzeitig bekannt geben.
Noch einmal möchte ich an dieser Stelle Herrn Dr. Manfred Koller (ÖTL) und Herrn Hans Neuhold (ÖSSH) für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit danken.
“Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.“ (chin.Lebensweisheit)
Karolin Türk
Info: Mag. Karolin Türk, klangmassage@gmx.at Tel.: 0650 4220431