07/04/2026
Stillen ist politisch.
Nicht, weil Frauen darüber diskutieren wollen.
Sondern weil teilweise Strukturen darüber entscheiden, ob Stillen überhaupt möglich ist.
Die wissenschaftlichen Fakten sind eindeutig:
Stillen ist eine der wirksamsten Maßnahmen für Gesundheitsförderung.
Die große Lancet-Serie zum Thema Stillen zeigt: Würden weltweit mehr Kinder entsprechend den Empfehlungen gestillt, könnten jedes Jahr über 800.000 Kinderleben gerettet werden.
Auch langfristig profitieren Kinder gesundheitlich:
Gestillte Kinder haben ein geringeres Risiko für Infektionen, Übergewicht, Typ-2-Diabetes und andere chronische Erkrankungen.
Und auch für Mütter ist Stillen ein Gesundheitsschutz:
Längeres Stillen senkt das Risiko für Brustkrebs, Eierstockkrebs, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Stillen wirkt aber nicht nur körperlich.
Es unterstützt auch die psychosoziale Entwicklung. Stillen fördert Bindung, emotionale Sicherheit und Stressregulation beim Kind. Hormone wie Oxytocin stärken Nähe, Co-Regulation und Beziehung – Faktoren, die für die psychische Gesundheit von Kindern entscheidend sind.
Das bedeutet:
Stillförderung ist Prävention. Für körperliche und psychische Gesundheit.
Und Prävention spart Geld.
Schätzungen zeigen, dass Gesundheitssysteme weltweit Milliarden an Kosten einsparen könnten – durch weniger Krankheiten bei Kindern und Müttern.
Trotzdem bekommen viele Frauen genau dann kaum Unterstützung, wenn sie sie am meisten brauchen: nach der Geburt.
Viele Frauen stillen kürzer als sie eigentlich wollten – nicht weil sie „zu wenig Milch“ haben, sondern weil ihnen qualifizierte Hilfe fehlt.
Stillberatung ist kein Luxus. Sie ist Gesundheitsversorgung!
Jede Frau sollte ein Recht auf qualifizierte Stillberatung haben.
Wenn wir wirklich Gesundheit fördern wollen, müssen wir Stillen ernst nehmen.
Denn Stillen scheitert selten an Frauen.
Stillen scheitert an Strukturen.
Und genau deshalb ist Stillen politisch!
STILLEN IST POLITISCH
WELTGESUNDHEITSTAG