28/05/2026
Eltern sein heißt sich selbst zu erkennen.
Zumindest dann, wenn du dir wünschst, dass dein Kind sein soll, wer es immer war und niemand werden muss, weil es ja schon jemand ist.
So wie du ❤️( Die Kinderflüsterei)
Der Beitrag, nach wie vor so aktuell 💖
Wenn ich mich sich so durch Foren und Gruppen klicke, geht es iimmer darum, dass Kinder etwas tun oder nicht tun und dass Eltern etwas tun möchten, damit das Kind das nicht tut oder tut, was es gerade noch lässt, weil das besser sei für das Kind.
Es geht in Frage und Antwort also immer darum, im Verhalten des Kindes etwas zu ändern, weil das nicht sozialverträglich ist.
Oder anstrengend.
Oder das zu Konflikten führt.
Oder weil das Verhalten von irgendwem in der Umgebung des Kindes einfach als „falsch“ wahrgenommen wird.
Dann folgen viele gutgemeinte Ideen und Tipps, wo wir Eltern ansetzen können um das Klnd so zu beeinflussen, dass es sein Verhalten ändert.
🤷🏻♀️
Warum?
Weil das Eltern das Beste für ihr Kind wollen und das Beste scheinbar nie etwas sein kann, was von anderen abgelehnt wird.
Selbst „offizielle“ Stellen arbeiten mit den Eltern nach diesem Prinzip. Da gibts dann Verstärkerpläne oder Belohnungssysteme, irgendwo wird das Kind doch erreichbar und willens sein, sein unerwünschtes Verhalten aufzugeben ?
An irgendeinem Punkt wird es sich doch zugänglich zeigen für die gutgemeinten Aufforderungen der Umgebung ?
Irgendwie wird das Verhalten doch zu konditionieren sein?
Ja, klar.
Natürlich ist das möglich.
Dass das funktioniert, ist das eigentliche Problem.
Entweder fügt sich das Kind irgendwann diesem Einfluss der Umgebung und liefert, was gewünscht wird oder es ist hartnäckig und nicht gewillt, sich anzupassen und besteht darauf, dass diese Umgebung sich die Mühe macht, herauszufinden, welche guten Gründe es hat, dieses Verhalten zu brauchen.
Das weiß es nämlich selbst nicht.
In beiden Fällen ist es zugänglich für die Konditionierung durch seine Umgebung, denn alles was dein Kind tut, ist ein Ausdruck dessen, was es gelernt hat.
Von dir.
Dein Kind lernt nämlich die ganze Zeit und am meisten, wovon du es dir am wenigsten wünschst.
😊
Wenn dir das, was dein Kind an Verhalten zeigt, weil es über (zugegeben) Umwege gelernt hat, für dein Kind (und das ist der einzig akzeptable Grund!) nicht gefällt, musst du ihm andere Strategien beibringen, denn es wendet nur, an was du ihm beigebracht hast.
Indem es sie an dir und durch dich lernt und du bist, wer du bist und glaubst, was du glaubst und tust, was du tust - sogar ganz ohne das zu merken.
Ausnahmslos jeder Konflikt entsteht hier, sogar die Konflikte, die du mit dir selbst austrägst.
Ein guter Grund es zu merken, oder?
Selbstredend ist es wünschenswert, dass dein Kind nicht aggressiv ist und andere verletzt.
Selbstredend soll es deine Grenzen wahren.
Selbstredend soll es sich an Regeln halten , die allen dienen (das sind übrigens viel weniger als wir glauben, denn die meisten Regeln in Familien regeln nicht das Zusammenleben, sondern die Bedürfnisse Einzelner und damit sind es keine Regeln mehr- gute Gründe für dein Kind sich nicht an das zu halten, was du Regel nennst weil es sich nicht für die eingeforderte Erfüllung der Bedürfnisse verantwortlichfühlt 😉).
Selbstredend hat keiner von uns Lust auf 24/7 Dauerkonflikt.
Selbstredend jedoch, musst du dazu herausfinden, wieso es tut, was es tut und auf welche Weise es das gelernt hat, damit du ihm ursächlich dabei helfen kannst, dieses Verhalten nicht mehr zu brauchen.
Wenn eine Rose nicht blüht, änderst du dann die Rose oder die Umgebung?
Platz, Sonne, Wasser, Erde?
Wenn uns ein Verhalten an unserem Kind stört, hilft es nicht, daran zu arbeiten, das Verhalten zu ändern, indem wir das Kind zur Einsicht bewegen und fordern, drohen, schimpfen, strafen und mit Engelszungen singen.
Es hilft auch nicht, nach Möglichkeiten zu suchen, dieses Verhalten zu ändern, die wir noch nicht ausprobiert haben.
Es hilft auch nicht, Diagnosen zu finden, die das Verhalten erklären (vielleicht hilft die Hilfe, die daraus resultiert)
Nichts davon hilft.
Es hilft einzig und allein und zwar deinem Kind, dir und eurer Beziehung und das langfristig und nachhaltig, ihm die Last des Grundes zu nehmen und zu verstehen, warum dein Kind tut was es tut.
Erst wenn wir das Verhalten in seiner Notwendigkeit anerkennen, es bejahen, es da sein darf und es nicht wegwünschen und weghandeln, kann dein Kind es auflösen weil es den Umweg über das Verhalten nicht mehr braucht.
Weil du es siehst in seinem Brauchen, weil du dann begriffen und gespürt hast, worin seine Not bestand, die es anders nicht auszudrücken in der Lage war.
Das Verhalten deines Kindes richtet sich nie gegen dich oder deine Aufforderungen sondern immer nur für sich, seine Bedürfnisse und den Erhalt seines Wesens, den es verteidigt.
Erst wenn du mit Haut und Haaren fühlst, warum es das tut, kann es davon lassen.
Weil du dann spürst, was es braucht und dafür sorgen wirst, dass es das Verhalten nicht mehr benötigt.
Weil du weißt, dass Probleme im Außen zuerst im Inneren entstanden sind und alles, was uns umgibt, immer mit einem Gedanken beginnt.
Und weil du weißt, dass Gedanken, die zu Handlungen werden, Ausdruck der inneren Welt sind, die dein Kind erlebt.
Weil du weißt, dass eine Reise in die innere Welt deines Kindes immer auch eine Reise in dein Inneres ist.
Und weil Lernen nie aufhört.
Auch und gerade nicht das Lernen über dich und dich in Beziehung zu deinem Kind.
Eltern sein heißt sich selbst zu erkennen.
Zumindest dann, wenn du dir wünschst, dass dein Kind sein soll, wer es immer war und niemand werden muss, weil es ja schon jemand ist.
So wie du.
Anstatt dich zu fragen, was dein Kind tun soll, frag dich doch heute mal, was dein Kind aus dem lernt, was du gerade denkst, fühlst und tust und ob das dein Ziel war?
Du wirst dich wundern.
❤️