05/10/2019
Auch als Anästhesistin nimmt man sich manchmal mehr als die administrative Arbeit mit nachhause, wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. 😉
Zwei Katzen, die sonst ihr Leben vermutlich hätten lassen müssen, sind nun bei uns am Berg.
Einer kann seine Hinterbeine nicht mehr koordiniert bewegen, nach einem Trauma seiner Wirbelsäule als die Kinder mit dem 3 Monate alten Kater allein daheim waren. Und ein anderer fiel im Wurf zurück, weil er einen Mikrophthalmus und eine kleine Hasenscharte hat. In beiden Fällen sahen sich die Besitzer nicht mehr in der Lage, sich um ihr Haustier zu kümmern und wollten es einschläfern lassen.
Solche und ähnliche Geschichten gibt es viele.
"Es ist ja nur eine Katze."
"Woanders verhungern die Kinder in Scharen."
Ich bin aber nicht woanders, sondern hier.
Und ich bin TIERärztin und wie könnte ich diesen Beruf aufrecht von Herzen her ausüben, wenn nicht jedes Leben gleich viel zählen würde für mich?
Euthanasie hat zweifelsohne ihren Platz. Doch macht es mich nachdenklich und traurig, wenn dieser Ausweg gewählt wird, einfach sobald es etwas schwierig wird, mehr Zeit, Einsatz oder Geld erfordert und nicht mehr so leicht in unser Leben passt.
Als TCM-Ärztin begleite ich aber auch viele Mensch-Tier-Gemeinschaften, wo die Menschen weder Mühen noch Kosten scheuen, ihren treuen Gefährten würdevoll und solange es in den jeweiligen Umständen möglich ist, zu begleiten. Ihm erlauben, seinen Weg bis zum Ende zu gehen.
Ich bin euch allen von Herzen dankbar, dass ich euch dabei zur Seite stehen darf, miterleben kann, wie gut ihr euch um eure Freunde kümmert und meinen bescheidenen Beitrag dazu leisten kann, dass der gemeinsame Weg ein bisschen leichter und oft auch ein bisschen länger geht.
🌈❤🧡💛💚💙💜