27/11/2025
Gewalt gegen Frauen ist kein individuelles Schicksal, sondern ein tief in unserer Gesellschaft verwurzeltes Problem. Ihre gravierenden psychischen Folgen werden jedoch häufig übersehen oder unterschätzt. Darauf weisen wir als Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) im Rahmen der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ hin, die jährlich vom 25. November bis 10. Dezember auf die weltweite Gewalt an Frauen aufmerksam macht.
Gewalt gegen Frauen zeigt sich nicht nur körperlich. Viele erleben emotionale Kontrolle, Erniedrigung oder soziale Isolation – Formen psychischer Gewalt, die tiefe seelische Wunden hinterlassen können. Intensive Ängste, massiver Selbstwertverlust, starke Gefühle von Schuld, Scham und Selbstverachtung etc. sind häufige Folgen, ebenso psychische Störungen wie Depressionen, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörungen oder Substanzabhängigkeiten. Die Zahlen unterstreichen das Ausmaß der Belastung: Frauen entwickeln etwa doppelt so häufig Depressionen wie Männer – ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr Gewalt und Benachteiligung die seelische Gesundheit beeinträchtigen.
„Jede Form von Gewalt beginnt im Kopf – und kann auch dort beendet werden. Solange patriarchale Strukturen fortbestehen, wird sich an den Zahlen wenig ändern. Es braucht eine kollektive Bewusstseinsarbeit – bereits im Kindergarten, in Schulen, in den Medien, in der Politik und in den Familien“, so a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Wimmer-Puchinger.