22/05/2026
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten Hormonerkrankungen bei Frauen. Zu den Symptomen zählen unter anderem: unregelmäßige Menstruation, Insulinresistenz, Gewichtszunahme und eingeschränkte Fruchtbarkeit. Lange wurde vermutet, der Grund für die Krankheit wären Zysten an den Eierstöcken. Auch der Name (Ovarial steht für "den Eierstock betreffend") legte den Fokus auf darauf. Dabei haben viele Betroffene gar keine Zysten.
Inzwischen weiß man: Die Erkrankung betrifft das gesamte Hormonsystem, nicht nur die Eierstöcke. Es ist eine sehr komplexe Hormonerkrankung und ein neuer Name soll dem gerecht werden: Nach über 10 Jahren wurde die Krankheit zu Polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS) umbenannt. Die Umbenennung soll Fehldiagnosen reduzieren und die Behandlungsmöglichkeiten verbessern.
Ein treffender Name hilft Ärzt:innen, die richtigen Fragen zu stellen. Und es hilft Betroffenen, schneller zur richtigen Diagnose und Behandlung zu kommen. Die Namensänderung wurde vor kurzem auf dem Europäischen Endokrinologie-Kongress in Prag bekanntgegeben und im Fachjournal “The Lancet” veröffentlicht. Der Druck von Betroffenen war ausschlaggebend für die Umbenennung. Ihre Erfahrungen und Perspektiven haben im Prozess eine wichtige Rolle gespielt.