07/03/2026
alles liebe zum tag der frau und des weltfriedens 2026
mit meinem
👑märchen vom wesen mir und dem wesen weich und warm👑
es war einmal und es ist schon lange, lange her, da gab es eine welt, die war so schön und reich, dass alle wesen, die auf ihr wandelten, ihr gutes auskommen finden konnten.
kein ort glich dem anderen und keine gegend. es gab ebenen, weit und grün, berge, steil und eisig und sanfte hügel, auf denen blumen blühten, in allen farben des regenbogens und grünes gras sich sanft im wind schaukelte.
es gab flüsse, in denen fische schwammen und krebse wuselten, an deren ufern sich bäume majestätisch verneigten und leise rauschten.
es gab seen und meere, so ewig, dass man am horizont die rundung der welt erahnen konnte.
und wohin man auch blickte, gedieh das leben.
doch das war nicht immer so. in einer zeit, die diesen glücklichen tagen vorausgegangen war, erhob sich eine art über all die anderen, die art „mir“.
sie wähnte sich wertvoller, weil sie auf zwei beinen gehen konnte und daumen hatte zum greifen.
sie meinte klüger zu sein, als alle anderen, weil ihr kopf platz für mehr gehirn bot und sie begann all diese gaben, die ihr geschenkt worden waren, zu nutzen.
zunächst noch scheu und verhalten, bald schon aber bediente sie sich im großen maße an den früchten der erde und je länger sie das tat, desto selbstverständlicher wurde ihr das.
sie glaubte, das schweigen der anderen wesen dabei als zustimmung lesen zu dürfen und wurde immer dreister.
und aus dem übermaß wurde gier.
und aus der gier rücksichtslosigkeit.
und rücksichtslosigkeit wurde ihr schließlich zur natur.
immer schneller wurden die tage, immer enger der blick.
„mehr, mehr, mehr!“ schallte es immer lauter.
„mir, mir mir!“ war der ruf.
und sie begann, zu vergessen, wie sich ruhe anfühlt.
sie verlernte, einander in die augen zu schauen und darin zu lesen.
die kälte, mit der diese wesen alle anderen zu knechten trachteten, ließ die welt fast erfrieren.
was einst so lebendig war, starb ab. das rauschen der bäume, das flüstern des grases und lustige plätschern des wassers verstummte.
die luft wurde trüb und die himmel weinten dicke tränen.
aber die art tobte weiter.
einfach immer weiter.
blindwütig und ziellos.
„gier! gier! gier!“ blinkte in ihren köpfen.
„mir! mir! mir!“ dröhnte der ruf.
und als es schon fast keine rettung mehr zu geben schien.
nicht für die art noch für die welt, da passierte etwas bemerkenswertes.
ein wesen der art, eines nur, hielt inne.
es war weicher als viele andere und runder und sein herz war erfüllt von einfacher liebe. weicher, runder liebe.
es atmete ein und atmete aus.
und im atmen begann es zu singen, leise zuerst, dann immer lauter. es formte töne und wörter. es sang mit seinem mund, was sein bauch ihm erzählte.
und im singen sah es die welt und die wesen. und es erzählte von den tieren und pflanzen und es wie würzig die erde roch und von seinem tiefen wunsch nach zeit.
langsame, warme, verbundene zeit.
genügsame tage, getaucht in freude.
sein gesang war so betörend, dass andere wesen, weich und warm, die ihm lauschten, innehielten in ihrem tun.
sie atmeten ein und atmeten aus und begannen, in den gesang einzustimmen. leise zuerst, dann immer lauter.
und der ton pflanzte sich fort. von mund zu mund.
von herz zu herz.
über die ebenen und die berge. die flüsse und die seen. und die welt war erfüllt war von diesem gesang.
sie hielt kurz inne und stand für einen augenblick still.
und die wesen, weich und warm, erfüllt von liebe, nützten diesen augenblick und schauten sich um.
und sie sahen die not und den schmerz und die müdigkeit und die verwirrung in den augen derer, die immer noch rannten und kämpften und schrien: “mir“ mir! mir!“
und weil sie von oben bis unten voll mit liebe waren und wärme und sie wahrnahmen, wie viele sie waren, fassten sie alle mut und die hände derer, die rannten und kämpften und blind waren vor wut.
sie hielten sie einfach immer weiter fest und blieben an deren seite. sanft, aber fest.
atmeten mit ihnen. warteten geduldig, bis es ruhiger wurde in deren herzen und blieben noch.
und der lärm wurde leiser und die himmel weiter.
es vergingen tag und nächte. man aß gemeinsam und trank gemeinsam. man ruhte körper an körper aus und spürte einander. man redete und schwieg und nahm einander wahr. und erinnerte sich.
an die weichheit und die wärme und daran, wie wohl sie tut.
wie wunderbar es ist, zu leben.
in einer welt, die so schön und reich war, dass alle wesen, die auf ihr wandelten, ihr gutes auskommen finden konnten.
und die wesen, weich und warm, wachten darüber, dass dieses wissen nicht mehr verloren ging und gaben es weiter an die wesen „mir“. sanft, aber fest.
die blumen blühten erneut und das grün der hügel wogte wieder sanft im wind.
fortan vernahm niemand mehr, in keiner gegend der welt, den ruf von: „mir! mir! mir!“
stattdessen tönte es für alle zeit warm und weich:“wir! wir! wir!“
habt es fein miteinander,
eleonore💛