12/02/2026
Mein Artikel zur unterstützten Kommunikation im Autismuskontext ist in der aktuellen Ausgabe der logoTHEMA, der Fachzeitschrift des österreichischen Berufsverbandes logopädieaustria, erschienen.
Der Beitrag beleuchtet die Wirksamkeit unterstützter Kommunikation (UK) bei autistischen Kindern mit entwicklungsbezogenem Unterstützungsbedarf und setzt sich kritisch mit der aktuellen Evidenzlage sowie zentralen Bedingungen für eine gelingende Praxis auseinander.
Ausgangspunkt ist ein nach wie vor verbreitetes Missverständnis in klinischen Kontexten: UK wird häufig erst bei ausbleibender Lautsprache und primär als kompensatorische Maßnahme eingesetzt. Die vorliegende Evidenz zeigt jedoch, dass UK als evidenzbasierte Praxis deutlich breiter wirkt. Studien belegen positive Effekte nicht nur auf den kommunikativen Zugang, sondern auch auf vorsprachliche Fähigkeiten, expressive Kommunikation, Sprachentwicklung sowie auf soziale Teilhabe und Selbstwirksamkeit, insbesondere bei frühzeitiger und konsequenter Implementierung.
Ein zentraler Fokus des Artikels liegt auf den zugrunde liegenden Wirkmechanismen. UK adressiert mehrere für autistische Kinder relevante Entwicklungsbereiche gleichzeitig, darunter multimodale Sprachverarbeitung, visuelle Stärken, exekutive Funktionen sowie motorische Planungsanforderungen.
Der Artikel diskutiert die Grenzen standardisierter, normorientierter Assessments, die primär defizitorientierte Veränderungen abbilden, und plädiert für eine stärkere Berücksichtigung funktionaler, alltagsrelevanter und partizipativer Outcomes. Damit rückt in den Vordergrund, welche Veränderungen jenseits isolierter sprachlicher Parameter für Kinder und Familien tatsächlich bedeutsam sind.
Danke an logopädieaustria für die Möglichkeit, diesen Beitrag in logoTHEMA zu veröffentlichen und die Erlaubnis, ihn hier zu teilen! 🌱🙂