10/03/2021
ZURÜCK ZUR SKIZZE. Oder: Wenn uns die Aufgaben des Lebens manchmal zu komplex erscheinen.
Ich glaube, wenn ich diese Zeilen schreibe spreche ich nicht nur von mir, sondern wir alle kennen dieses Gefühl, wenn uns unsere ganz persönlichen Wachstumseinladungen in bestimmten Lebensphasen über den Kopf zu wachsen drohen.
Plötzlich drehen wir uns im Kreis, wissen nicht mehr wohin wir unsere nächsten Schritte setzen wollen, die Stimme unseres Herzens, die uns doch so sicher durch alle Lebenlagen navigiert verblasst zu einem leisen Flüstern und plötzlich sehen wir vor lauter Wald die Bäume nicht mehr.
Nicht, dass dies ein außergewöhnliches Phänomen wäre, das wir Menschleins ganz entspannt und voller Vertrauen hinnehmen könnten - bis es sich wie von Zauberhand von selbst zu wandeln beginnt - doch die Kräfte unseres nicht allzu weisen Verstandes, der stets um Kontrolle ringt hat das wunderbare Talent uns manchmal gefinkelt in die emotionale Irre zu leiten.
All jene unter euch, die wie ich gerne Bilder malen, erkennen vielleicht so manche Parallele zu kreativen Prozessen. Wir malen und malen, dort noch ein Strich und da noch eine Farbe - und plötzlich scheint einem das eben noch so vielversprechende Kunstwerk zu entgleiten.
Ich weiß nicht wie oft ich an solchen Punkten die gesamte Leinwand neu grundiert habe. Bis ich vor vielen Jahren im Rahmen der Sommerakademie einem Kunstlehrer begegnet bin, der genau dann mit hartnäckiger Stimme und dem Satz „Zurück zur Skizze!“ nicht lockerließ. Nicht gerade förderlich, dass ich als absolut intuitive Malerin bereits gegen das Skizzieren große Widerstände an den Tag legte ;).
Doch irgendwann verstand ich ... Jeder in sich stimmige Bildaufbau folgt gewissen Linien, die uns zurück zum Wesentlichen leiten und die es zu verstärken gilt. Diese orientierungsgebenden Strukturen bewusst wahrzunehmen lehrt uns am eindrücklichsten die Natur und ihre Gesetzmäßigkeiten.
Woran möchte ich nun mit „Zurück zur Skizze“ im Sinne des Lebens erinnern? Ich möchte dazu ermutigen gerade dann, wenn wir uns in unserem eigenen Selbst- oder WeltBILD verloren haben uns auf Werte und Handlungen zu besinnen, die unser Empfinden wieder weiten und uns in Einklang mit etwas weitaus Größerem – nennen wir es, wie wir wollen - mit der Schöpfung, mit unserer Seele, mit der göttlichen Führung, mit unserem höheren Selbst bringen.
Ich weiß gewiss, so werden auch die Leitlinien unseres ureigenen Pfades wieder sichtbar; wir finden zurück in unsere Kraft, in unser Strahlen, in die Freude, in das Mitgefühl, in die Liebe – und Türen öffnen sich, wo wir sie vorher nie vermutet hätten.
Rückzug, Stille, Meditation, Bewegung, Natur, Tiere, Musik, Schlaf, Herzensmenschen, Tanz, Schreiben, Kreatives, beratende Begleitung, Podcasts, Rituale und soooo vieles mehr wollen uns unentwegt zurück zur eigenen Seelenzeichnung begleiten.
Möget auch ihr stets die Muse finden dran zu bleiben … so lange bis das Herz nicht nur einzelne Bäume, sondern wieder den ganzen Wald umarmen könnte…
Von Herzen, Birgit