12/03/2026
Wenn Erschöpfung zum Dauerzustand wird
Viele Menschen erleben Zeiten, in denen sie stark gefordert sind. Berufliche Verantwortung, familiäre Verpflichtungen oder schwierige Lebenssituationen können viel Energie kosten.
Normalerweise folgt auf anstrengende Phasen auch wieder Erholung. Manchmal passiert jedoch etwas anderes:
Die Erschöpfung bleibt bestehen.
Viele Menschen beschreiben dann Gedanken wie:
„Ich darf jetzt nicht schwach sein.“
„Ich muss einfach noch ein bisschen durchhalten.“
„Andere schaffen das doch auch.“
Oft steht dahinter eine sehr starke innere Haltung, die sagt: Ich muss funktionieren.
Manche Menschen haben früh gelernt, verlässlich zu sein, Verantwortung zu übernehmen oder sehr hohe Ansprüche an sich selbst zu stellen. Das kann eine große Stärke sein – besonders im Beruf oder in Beziehungen.
Gleichzeitig kann genau diese innere Haltung dazu führen, dass eigene Grenzen lange übergangen werden.
In der Transaktionsanalyse spricht man in diesem Zusammenhang manchmal von inneren Antreibern – inneren Botschaften, die Menschen dazu bewegen, besonders stark, besonders perfekt oder besonders angepasst zu sein.
Solche inneren Ansprüche wirken oft im Hintergrund und werden selten bewusst hinterfragt.
Wenn Belastungen über längere Zeit anhalten, kann dieser innere Druck dazu führen, dass Menschen immer weiter versuchen, ihre Erschöpfung zu übergehen – bis Körper und Psyche irgendwann deutlich signalisieren, dass die Kräfte erschöpft sind.
In der Psychotherapie geht es häufig darum, solche inneren Muster besser zu verstehen:
Welche Erwartungen stelle ich an mich selbst?
Woher kommen diese inneren Ansprüche?
Und welche Möglichkeiten gibt es, einen fürsorglicheren Umgang mit sich selbst zu entwickeln?
Schon das bewusste Wahrnehmen dieser inneren Dynamik kann für viele Menschen ein wichtiger erster Schritt sein.