01/04/2025
Welch wundervolle Mutmacher Geschichte! 💛
Ein Glühwürmchen im Weltall
Es war einmal ein Glühwürmchen. Amberlight war ihr Name. Sie saß in einer hellen Vorvollmondnacht ihrem gemütlich eingerichteten Nest und las ein philosophisches Buch, als plötzlich ihr eigenes Licht, das ihr praktischer Weise auch als Leselampe diente, zu flackern begann.
Amberlight platzierte ein Lesezeichen und legte ihr Buch auf die Seite, bevor sie ihren Hinterteil sanft zurechtrückte. Doch das hatte nur zur Folge, dass ihr Licht vollkommen erlosch.
Sie wurde panisch und flog zu ihrem Ehemann, dem sie ihr Problem schilderte. „Ist sicher nur ein Wackelkontakt!“, sagte dieser kühl. Ihre Sorgen berührten ihn offenbar nicht im Geringsten.
Traurig, ja regelrecht niedergeschlagen verließ Amberlight ihr Nest und blickte in den Nachthimmel hinauf. Da kam ihr eine Idee: „Da oben leuchtet alles so hell! Vielleicht kann ich dort ein Licht bekommen!“
So flog sie, voll motiviert, dem Himmel entgegen. Nach einem sehr langen Flug landete sie erschöpft auf einem Stern. Sie war überrascht, wie groß so ein Stern war, sah er doch von unten so klein aus! „Hallo lieber Stern!“, begrüßte sie ihn, „Ich bin ein Glühwürmchen, ich komme von der Erde. Leider habe ich mein Licht verloren. Dürfte ich vielleicht einen kleinen Funken von deinem Strahlen haben?“
„Zisch ab, Ungeziefer!“, antwortete der Stern grob, „Ich hab hier keinen Platz für Insekten!“ Dann schubste er die erschöpfte Amberlight grob zurück ins Weltall.
Sie verstand die Welt nicht mehr! Doch mangels Alternativen, breitete sie ihre Flügel aus und flog weiter. Kurz bevor sie wirklich gar nicht mehr konnte, erreichte sie den Mond. Sie ließ sich darauf nieder fallen und schlief direkt ein. „Guten Tag, Erdenkind!“, mit diesen Worten wurde sie nach einem langen Schlaf liebevoll geweckt. „Was bringt dich denn hierher?!“, fragte eine Frauenstimme sanft. Amberlight schilderte ihr Dilemma und Luna, die Wächterin des Mondes erklärte, dass sie selbst gar kein Licht hatte. Sie würde lediglich das Sonnenlicht reflektieren. Einen Besuch zur Sonne könnte sie aber nicht empfehlen, denn das würde ihr Körper nicht überstehen. Luna bot aber an, dass Amberlight sich weiter hier ausruhen könnte, bis sie kräftig genug war, die weite Heimreise wieder anzutreten.
Zurück auf der Erde war Amberlight völlig niedergeschlagen! Sterne waren fies! Der Mond war zwar freundlich, aber kalt und die Sonne würde sie töten. Ihre Liebsten konnten und wollten ihr auch nicht helfen. So flog sie zu einem kleinen Tümpel, um ihr Problem endgültig zu lösen.
Da flüsterten die Wellen ihr zu: „Du bist also das Glühwürmchen, das es ins Weltall geschafft hat! Chapeau! So eine Meisterleistung gab es noch nie! Die Sterne haben uns von dir erzählt! Wir Gewässer dieser Erde sind allesamt unglaublich stolz auf dich!“
Amberlight verstand nicht, errötete aber. Dann antwortete sie: „Ihr habt von meiner Reise gehört?! Aber wie?!“
Wieder begannen die Wellen zu flüstern: „Wir nehmen die Schwingungen vom Mond sehr stark wahr! So wurde uns von deiner Odyssee berichtet! Du bist das wohl tapferste Glühwürmchen, das es gibt!“
Sie begann nachzudenken und ließ ihre Reise R***e passieren. Dann blickte sie gen Himmel und begann zu realisieren, wie unglaublich ihre Tat wirklich war! Sie schüttelte sich ganz stark, schloss ihre Augen und fühlte etwas in ihr aufflammen. Ja! Sie war großartig! Sie war unendlich zielstrebig. Ihre Entschlossenheit entfachte ungeahnte Kräfte! Und in der Tat, sie kannte kein einziges Glühwürmchen, das je weiter geflogen war, als zum nächsten Tümpel!
Als sie ihre Augen wieder öffnete, erschrak sie beinahe, denn es war nahezu taghell! Ihr Hinterteil leuchtete wieder! Stärker, als je zuvor!
„Danke liebe Wellen!“, flüsterte sie.
„Dank dir selbst!“, vernahm sie ganz leise.