07/04/2026
Herz und Verdauung in der Traditionellen Chinesischen / Taoistischen Medizin
Bei der Inspektion der Zunge ist strikt zwischen Zungenkörper (Zungenleib) und Zungenbelag zu unterscheiden. Unabhängig von den erhobenen Befunden gilt: Der Zungenkörper ist die Wurzel des Herzens (Xin), während der Zungenbelag dem Magen (Wei) zugeordnet wird.
Es besteht eine subtile funktionelle Verbindung zwischen Magen und Herz, die auch aus pathophysiologischer Sicht relevant ist, da die Leitbahnen des Magens das Herz durchziehen. Dies erklärt die klinische Bedeutung von Magenpunkten in der Akupunktur sowie den therapeutischen Einsatz verdauungsregulierender Rezepturen zur Entlastung des Herzens, der Blutgefäße und insbesondere der Arterien.
Die Rezepturen QUICK BELLY MOVEMENT und PEACEFUL GENERAL können in der Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen eine signifikante therapeutische Wirkung entfalten. Die empfohlene Einnahmedauer liegt zwischen 90 Tagen und bis zu 3 Jahren. Klinische Fallbeobachtungen zeigen, dass Patienten nach etwa 3 Jahren Therapie ihre kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit vollständig (bis zu 100 % wiedererlangen können.
Die folgenden Akupunkturpunkte zeigen eine regulierende Wirkung auf das arterielle System:
Perikard / Kreislauf 6 (內關 nèi guān)
Perikard / Kreislauf 5 (間使 jiān shǐ)
Magen 40 (豐隆 fēng lóng)
Magen 37 (上巨虛 shàng jù xū)
Magen 39 (下巨虛 xià jù xū)
Es ist essenziell, auf einen regelmäßigen Stuhlgang (intestinale Transitfunktion) sowie auf einen tiefen und erholsamen Schlaf des Patienten zu achten.
Im Akutfall sollte auf die Technik der QING JI BA MAI zurückgegriffen werden. Dabei werden insbesondere die Punkte:
Perikard 6 (內關 nèi guān) und
Milz 4 (公孫 gōng sūn; Luo-Punkt, Chong Mai)
in sedieren/reducing - xie fa Technik um das Herz zu entlasten und zu befreien.
Das Herz gerät aus seinem Gleichgewicht, wenn eine Diskrepanz zwischen Handlung (Verhalten) und Motivation (Intention) besteht oder wenn ein innerer Konflikt vorliegt. Sind hingegen Intention, Motivation und Handlung kohärent, rein und von Mitgefühl sowie Liebe getragen, kann das Herz seine funktionelle Stabilität und Kraft über lange Zeit bewahren – selbst bei bestehender familiärer Prädisposition für kardiovaskuläre Erkrankungen.