Geburtshaus Juno

Geburtshaus Juno Raum für natürliche Geburt. Ein neues hebammengeleitetes Geburtshaus in Eisenstadt (Ö) seit April2024

Hebamme Eva Schranz erzählt:Ich warte auf eine ganze besondere Geburt: Mein Bruder und seine Frau erwarten ihr 2. Kind. ...
24/02/2026

Hebamme Eva Schranz erzählt:
Ich warte auf eine ganze besondere Geburt: Mein Bruder und seine Frau erwarten ihr 2. Kind. Damals beim 1. Kind gab es das Geburtshaus noch nicht und ich war ihre Wahlhebamme im KH.
Um 5:02 am Faschingdienstag bekomme ich eine Nachricht von A. - genau am Geburtstermin. Sie spürt seit 1,5h immer wieder mal eine leichte Wehe, inzwischen alle 6-8min. Schlafen kann sie so nicht mehr, wir bleiben in Kontakt.
Nachdem ich noch schnell meine Kinder geschminkt und verkleidet habe, treffe ich die werdenden Eltern schließlich um 8:00 im Geburtshaus. Ihr Sohn wurde von Oma abgeholt. Auch Hebammenstudentin Josephine haben wir wieder dabei. Inzwischen kommen die Wehen alle 3min und sind so intensiv, dass A. sie schon konzentriert veratmen muss. Ihr Blutdruck und die Herztöne des Babys sind wunderbar und sie setzt sich auf die Bettkante. Falls sie später ins Wasser möchte, lasse ich schon mal die Badewanne ein.
Mal veratmet sie ein paar Wehen stehend, hängt sich ans Tuch und bewegt sich intuitiv, mal setzt sie sich wieder aufs Bett. Lebhaft bewegt sich das Baby im Bauch, man sieht es deutlich von außen.
Ihre 1. Geburt war sehr lang und schwierig. Diesmal habe ich einen anderen Eindruck, denn die Wehen werden rasch immer intensiver. Bald fühlt sie sich in keiner Position mehr richtig wohl, in die Badewanne möchte sie auch nicht. Eine Weile geht sie im Gang herum, dann aufs WC. Zurück im Geburtszimmer sagt sie ihrem Mann plötzlich, er soll die Musik abdrehen. Die Wehen verlangen mittlerweile volle Konzentration. Sie beginnt ein bisschen zu zweifeln, ob sie das schafft. Ich glaube, dass sie schon ganz viel geschafft hat und schlage ihr deshalb eine Untersuchung vor. Es ist 10:20 Uhr. Sie stimmt zu und freut sich sehr über 8cm. Sie kann kaum glauben, dass es diesmal so viel schneller geht.
Wenig später spürt sie auch schon, wie das Baby mit jeder Wehe nach unten drückt, aber noch kann sie veratmen. Alle 2min meistert sie eine neue intensive Wehe. Um 11:30 glaubt sie, sie kann nicht mehr - typisch Übergangsphase. Trotzdem arbeitet sie weiter, ich motiviere sie. Manchmal spürt sie schon einen kurzen, unwillkürlichen Schiebeimpuls während der Wehe. Um 12:20 kommt Valeria als 2. Hebamme dazu. A. schiebt immer mehr mit, beim 2. Kind kann es jetzt schnell gehen. Doch wir müssen uns noch gedulden. A. kniet auf der Matte, ich gebe ihr in der Wehe Gegendruck am Kreuzbein. Valeria kontrolliert regelmäßig die Herztöne.
Um 13:08 ist der Muttermund 10cm offen - ein Meilenstein! Aber A. plagt sich immer mehr. Das Mitschieben ist so anstrengend, langsam verzagt sie und fühlt sich erschöpft. Zwischendurch trinkt sie immer wieder und isst ein paar Bissen Banane. Sie möchte, dass das Baby jetzt endlich kommt! Daher versuchen wir ein paar Wehen in der tiefen Hocke. Sie schiebt mit aller Kraft, sie kann gar nicht anders. Da das Baby trotzdem kaum tiefer kommt, was mich wundert, und A. sich so sehr wünscht, dass sie es bald geschafft hat, biete ich ihr an, die Fruchtblase zu öffnen, wenn sie das möchte. Sofort stimmt sie zu. In der nächsten Wehe um 13:40 ritze ich die Fruchtblase leicht an und sie platzt spektakulär, mein Bruder ist beeindruckt. Jetzt geht es schneller voran, sofort rutscht der Kopf tiefer. A. wechselt wieder in eine kniende Position und stellt ein Bein auf. Das Baby hat weiterhin einwandfreie Herztöne und ist kein bisschen gestresst. Schon kann ich den Hinterkopf des Babys erahnen und motiviere A., genau so weiterzumachen. Wir sind auf der Zielgeraden! Kraftvoll schiebt sie das Köpfchen tiefer und tiefer, immer mehr vom Kopf wird sichtbar. Um 14:00 beginnt in der Stadt wenige Meter weiter der Faschingsumzug - und das Köpfchen wird geboren. Ein letztes Mitschieben von A. und eine Minute später fange ich ein kräftig schreiendes Bündel auf. Ich lege das große Baby vor ihr auf die Matte. Es sieht seinem Bruder sehr ähnlich! Die Freude ist riesig, auch ich vergieße ein paar Freudentränen. Willkommen auf der Welt, kleiner Neffe! A. schließt ihr Baby in die Arme und pures Glück herrscht im Geburtszimmer. Dass das Baby eher schwer ist, sieht man auf den 1. Blick, aber als wir es ca. 2 Stunden später auf die Waage legen und diese 4400g anzeigt, sind wir doch alle sehr überrascht. So ein Schwergewicht! A. hat die Geburt trotzdem perfekt gemeistert. Du kannst sooo stolz auf dich sein! Herzlichen Glückwunsch! 🥰

Hebamme Eva Schranz erzählt:Es ist 0:20, als mein Handy klingelt. K. ist in der 39. SSW mit ihrem 2. Kind und soeben ist...
18/02/2026

Hebamme Eva Schranz erzählt:
Es ist 0:20, als mein Handy klingelt. K. ist in der 39. SSW mit ihrem 2. Kind und soeben ist ihre Fruchtblase geplatzt. Ich freue mich, denn ich kenne K. von früher und habe gehofft, dass die Geburt in meiner Rufbereitschaft losgeht. K. freut sich auch. Noch spürt sie keine Wehen, das Fruchtwasser ist klar und das Baby bewegt sich wie immer, sodass wir vereinbaren, dass sie sich meldet, wenn sich etwas ändert. Und das dauert gar nicht lange: Schon um 0:45 berichtet sie mir von beginnenden Wehen, die sofort in 3min-Abständen kommen. K. und ihr Mann bringen ihre Tochter zur Oma und um 1:25 nehme ich die werdenden Eltern im Geburtshaus in Empfang. K. geht zu Fuß in den 3. Stock, statt den Aufzug zu nehmen. Sie ist sichtlich motiviert und setzt sich auf den Gymnastikball. Noch sind die Wehen leicht und sie muss sie kaum veratmen, aber sie kommen alle 2min.
Kurz nach 2:00 kommt Noemi als 2. Hebamme an und bleibt vorerst noch nebenan. Auch unsere Hebammenstudentin Josephine ist schon da. K. veratmet die Wehen nun schon deutlicher und muss sich mittlerweile konzentrieren. Die Herztöne des Babys sind vorbildlich - alle 15min überzeuge ich mich davon. Kurz vor 3:00 möchte K. in die Badewanne, die ich vorsorglich schon eingelassen habe. Auf der Suche nach einer passenden Position landet sie schließlich im Knien und stützt sich mit den Armen auf den Badewannenrand. Auf einem Sessel daneben sitzt ihr Mann. Kontinuierlich nimmt die Intensität der Wehen zu, aber K. veratmet konzentriert und fühlt sich wohl im Wasser. Bald beginnt sie zu tönen.
Um 3:40 gesellt sich Noemi zu uns, denn K. spürt nun in der Wehe schon einen Druck nach unten. Es sieht aus, als würde sich das Baby nicht mehr lange Zeit lassen. Mit jeder Wehe wird der Druck stärker und es dauert nicht lange, da kann K. nicht mehr anders, als intuitiv mitzuschieben. Kurz ist sie unsicher, ob sie das schon darf. Doch ich bestärke sie, ihrem Empfinden zu vertrauen und dem Schiebedrang nachzugeben. Der Muttermund ist vollständig geöffnet und das Köpfchen schon recht tief. Jetzt kontrollieren wir die Herztöne nach jeder Wehe, die Austrittsphase hat begonnen.
Mit jeder Wehe schiebt K. das Baby kraftvoll tiefer und schon bald wird das Köpfchen sichtbar. Jetzt ist es so tief, dass wir Schwierigkeiten haben, die Herztöne noch zu finden. Der Damm mit der alten Dammschnittnarbe ist sehr straff, aber beginnt sich zu dehnen. Ich bitte K. schließlich, ihren ganzen Mut zusammenzunehmen und das Baby herauszuschieben. Es spannt und brennt heftig, aber sie traut sich - und da wird das Köpfchen geboren. Die Schultern folgen gleich, aber dann braucht es meine Mitarbeit, damit das Baby ganz geboren werden kann: Es hat die Nabelschnur sehr eng zweimal um den Hals gewickelt und hält die Arme vor dem Brustkorb, sodass ich ordentlich mithelfen muss - dann kann ich es aus dem Wasser heben. Um 4:17 hat K. es geschafft. Auf den ersten Blick ist sichtbar, dass die letzten Minuten sehr anstrengend für das Baby waren. Es ist erschöpft und atmet noch nicht, doch sein Herz schlägt kräftig und schnell. Noemi gibt mir gleich den Ambubeutel, da das Baby Unterstützung beim Atmen braucht. Ich bitte K., aus der Wanne zu kommen und sie setzt es blitzschnell um, in Sorge um ihr Baby. Sie setzt sich auf den Boden neben ihr Neugeborenes. Es hängt noch an der pulsierenden Nabelschnur und wird so weiter mit sauerstoffreichem Blut versorgt, während ich es mit dem Beatmungsbeutel unterstütze und Noemi zur Sicherheit die Rettung informiert, falls es länger braucht, um sich zu erholen. Doch wie vermutet dauert es nicht lange und das Baby beginnt selbständig zu atmen, wird immer rosiger und braucht meine Hilfe nicht mehr. Die Sauerstoffsättigung, gemessen mit unserem Pulsoxymeter, ist schon deutlich gestiegen. Da die Herztöne zuvor immer sehr gut waren, kann es nur kurzzeitig während der letzten Minuten in einer Stresssituation gewesen sein und hat lediglich kurz Starthilfe gebraucht. Schon beginnt es zu weinen und die Eltern sind erleichtert. Als ein paar Minuten später das Rettungsteam und der Notarzt eintreffen, ist das Baby 10 Minuten alt und der Notarzt sieht auf den ersten Blick, dass es fit ist und keine Unterstützung mehr braucht. Trotzdem möchte er es gerne kurz untersuchen und wir nabeln ab. Alle Werte sind perfekt, das freundliche Team ist zufrieden und wir bereiten in Ruhe die Verlegung ins Krankenhaus vor, da das Baby kinderärztlich untersucht werden sollte, wenn der Start ins Leben etwas holprig war. K. bekommt gerade intensive Nachwehen, weil die Plazenta geboren werden möchte, sodass wir beschließen, dass ich mit dem Baby mit der Rettung mitfahre und die Eltern so bald wie möglich mit Noemi nachkommen. Um 4:45 fahren wir mit dem warm eingepackten Baby los und sind 30 Sekunden später schon angekommen, da der Weg so kurz ist. Der Notarzt übergibt das Neugeborene der wartenden Kinderärztin und nach einem kurzen Check auf dem vorgewärmten Untersuchungstisch ist diese sehr zufrieden mit dem Zustand des Babys. Ich erzähle, was passiert ist, welche Maßnahmen nötig waren und sie lobt unser Vorgehen. Es lohnt sich, wenn man Abläufe, die zum Glück sehr selten gebraucht werden, trotzdem häufig trainiert. Nun bekommt das Baby noch einen Fersenstich für die wichtigsten Blutwerte und dann wartet es auf seine Mama, die bald nachkommen wird.
Liebe K., du warst so tapfer! Erst hast du so souverän dein Baby geboren und dann musstest du mitansehen, wie es nicht von selbst geatmet und geschrien hat. Das ist sehr beängstigend für die Eltern und bleibt präsent im Gedächtnis - auch wenn das Baby sich schnell erholt hat. Manche finden vielleicht, wir sollten nicht so offen von Komplikationen berichten, um keine Ängste zu schüren. Aber wir teilen hier realistische Geburtsberichte und dazu gehört manchmal auch eine unerwartete Komplikation. Da wir immer wieder gefragt werden, was wir denn in solchen Fällen im Geburtshaus tun würden, möchten wir auch hier einen ehrlichen Einblick geben.
Wir gratulieren den Eltern ganz herzlich zur Geburt ihres Babys und bedanken uns beim Notarzt und beim Rettungsteam für ihr schnelles Kommen und den reibungslosen Transfer ins KH, sowie beim KH-Personal für den netten Empfang und die weitere Betreuung. K. und ihr Baby sind eine Nacht im KH geblieben und am nächsten Tag im heimischen Wochenbett angekommen. Jetzt können sie sich von dem turbulenten Start ins Leben erholen. 🥰

Hebamme Valeria erzählt:L. ist bereits einige Tage über dem Geburtstermin und etwas nervös, als sich ihr Baby weiterhin ...
09/02/2026

Hebamme Valeria erzählt:
L. ist bereits einige Tage über dem Geburtstermin und etwas nervös, als sich ihr Baby weiterhin Zeit lässt. Am Mittwoch um 15:52 schreibt sie mir, dass sie seit dem Vormittag unregelmäßige, leichte Wehen hat, die seit etwa anderthalb Stunden alle 10–20min kommen.
Da die Latenzphase gerade beim 1. Kind oft länger dauert und sie sich zu Hause wohlfühlt, vereinbaren wir, abzuwarten und in Kontakt zu bleiben. Ich schlage vor, noch ein Schläfchen zu machen – möglicherweise wird Schlaf in der kommenden Nacht nur eingeschränkt möglich sein.
Im Laufe der Stunden werden die Wehen intensiver und die Abstände kürzer, bleiben jedoch eher unregelmäßig. L. fühlt sich weiterhin zu Hause wohl, wir haben also noch Zeit. Gegen 3:30 Uhr nachts ruft mich L.s Mann an, und wir verabreden uns für 4:30 Uhr im Geburtshaus. Meine Tasche steht bereits bereit, sodass ich direkt losfahren kann. Ich bin wie geplant vor der Familie da und bereite das Geburtshaus mit stimmungsvollem Licht und Musik vor. Wenige Minuten später treffen die werdenden Eltern ein, ebenso Eva als Zweithebamme.
Nach dem Ankommen werden die Wehen schnell regelmäßig, alle 2–3min, und deutlich intensiver laut L.. „Gut, dass wir hergefahren sind“, sagt L. – JA wirklich! Obwohl die Wehen zuvor unregelmäßig waren, ist der Muttermund bereits 5 cm geöffnet! L. hat schon richtig, richtig viel Geburtsarbeit geleistet. Toll!
Ich frage L., was sie gerade braucht – ob sie meine Präsenz im Geburtszimmer wünscht, oder ob sie, ihr Baby im Bauch und ihr Mann etwas Dreisamkeit wünschen. Sie möchten Zeit für sich, also ziehe ich mich zurück. - zumindest bis zur nächsten Herztonkontrolle.
Schon kurze Zeit später zeigt sich, wie weit die Geburt fortgeschritten ist: L. hat eine Zeichnungsblutung, tönt in den Wehen, wirkt hoch konzentriert, ihr wird übel und sie erbricht – alles gute Zeichen auch wenn sich das natürlich gerade gar nicht gut für sie anfühlt. Sie bewegt sich instinktiv durch den Raum, sitzt, steht, geht umher und veratmet die zunehmend intensiven Wehen meisterinnenhaft.
Da die leichte Blutung anhält, empfehle ich ein CTG statt der Dopton-Kontrolle, um ganz sicherzugehen, dass es dem Baby gut geht.
Das CTG zeigt, dass es dem Baby hervorragend geht, sodass wir wieder zum Dopton wechseln können. Die Blutung ist erklärt sich wahrscheinlich durch den sich rasch öffnenden Muttermund. L.s Mann massiert ihr das Kreuzbein und man sieht von der Seite, dass der Rücken sich an dieser Stelle schon wölbt, weil das Köpfchen bereits kräftig von innen drückt.
Um 6:33 Uhr beginnt L. ganz instinktiv leicht mitzuschieben – der Muttermund ist vollständig eröffnet. Wow, das ging wirklich schnell! Kein Wunder, dass die Wehen so intensiv sind. Kurz darauf trifft auch Hebammenstudentin Sandra ein.
L. arbeitet sich selbstsicher, intuitiv und kraftvoll von Wehe zu Wehe und spürt genau, welche Position und Bewegung ihr Körper braucht. Mal steht sie, mal kniet sie, mal geht sie in den 4-Füßler-Stand. Die Herztonkontrolle zeigt, dass es ihrem Baby sehr gut geht! Immer wieder schiebt L. In ihrem Tempo mit, mal mehr, mal weniger. Inzwischen sind die Wehenabstände wieder etwas größer geworden und ich erkläre L., dass das ganz typisch für diese Geburtsphase ist und vollkommen normal ist.
In der nächsten Wehe sehe ich erstmals das Köpfchen zwischen den Labien und bitte Eva hinzuzukommen, sie übernimmt nun die Herztonkontrolle. Die Wehen sind inzwischen sehr intensiv, L. ist stark gefordert, bleibt aber wunderbar bei sich und in Kontakt mit ihrem Baby. Der Muttermund hat sich so schnell geöffnet aber jetzt braucht es Geduld – das Köpfchen arbeitet sich Millimeter für Millimeter vor. L. ist unglaublich tapfer. Ich frage sie, ob sie mal zwichen die Labien greifen will, um das Köpfchen zu spüren. Sie macht das gleich und man merkt ihr an, wie sie dadurch nochmal mehr Motivation bekommt.
Allmählich wird es etwas anstrengend für das Baby. Wir schlagen verschiedene Geburtspositionen vor, um die Positition zu finden, in der sie am effektivsten schieben kann. Bei einer weiteren Herztonkontrolle wird deutlich, dass wir die Geburt nun beschleunigen sollten, und wir erklären L. zwei mögliche Vorgehensweisen. Doch dazu kommt es nicht mehr: In der nächsten Wehe bringt L. in tiefer Hocke mit all ihrer Kraft ihre Tochter zur Welt.
Ihr Baby schreit sofort kräftig, wird schnell rosig und ist in bestem Zustand. L. nimmt ihre Tochter an die Brust, und in den Augen der frischgebackenen Eltern liegt pures Verliebtsein.
Herzlichen Glückwunsch! Liebe L., du hast die Geburt deiner Tochter mit einer bewundernswerten Selbstsicherheit und Kraft geschafft! 🥰

Wenn dein Baby geboren ist, kannst du es gleich in die Arme nehmen. Auf deiner Brust kann dein Baby in Ruhe ankommen, wä...
08/02/2026

Wenn dein Baby geboren ist, kannst du es gleich in die Arme nehmen. Auf deiner Brust kann dein Baby in Ruhe ankommen, während ihr euch alle gemeinsam ins Bett kuschelt. Die Nabelschnur bleibt intakt und pulsiert oft noch eine ganze Weile, um Blut von der Plazenta zum Baby zu befördern.
Das ungestörte Bonding, also der direkte Hautkontakt zwischen Mama und Baby in den Stunden nach der Geburt, ist uns heilig. Man weiß aus Untersuchungen, dass Neugeborene vom Bonding sehr profitieren: Ihre Sauerstoffsättigung ist höher, ebenso die Körpertemperatur, und sogar der Blutzuckerspiegel ist stabiler. Das Baby fühlt sich wohl und der Stillbeginn wird optimal unterstützt. Irgendwann im Lauf der ersten Lebensstunde beginnt das Baby nach der Brust zu suchen. Manchmal ist es sehr schnell erfolgreich, manchmal braucht es etwas Unterstützung.
Im gleichen Zeitraum löst sich meist auch die Plazenta von der Gebärmutterwand und wird mit einigen Nachwehen geboren. Wir untersuchen sie genau auf Vollständigkeit und achten darauf, ob dein Blutverlust im normalen Rahmen bleibt. Die Plazenta kannst du mit nachhause nehmen oder von uns entsorgen lassen. Manche Eltern wünschen sich auch einen bunten Plazentaabdruck von uns.
Wir bieten euch an, die Nabelschnur zu durchtrennen - frühestens dann, wenn sie auspulsiert, weiß und blutleer ist. Dann hat sie ihre Aufgabe erfüllt.
Nun sehen wir uns an, ob es Geburtsverletzungen gibt. Manche Verletzungen heilen von selbst, andere nähen wir unter lokaler Betäubung mit Fäden, die sich später von selbst auflösen. Während der Naht kannst du weiter mit deinem Baby bonden.
Irgendwann hat das Baby bereits ausgiebig getrunken und in einer Stillpause legen wir es kurz auf die Waage, vermessen und untersuchen es von Kopf bis Fuß. Du darfst dir eine Stempelfarbe aussuchen, mit der wir den Fußabdruck deines Babys auf unserer Leinwand verewigen.
Wir bieten dir eine Kraftsuppe an, messen deinen Blutdruck und begleiten dich zur Toilette, falls dir noch etwas schwindlig ist. Vielleicht möchtest du noch duschen, oder du duschst erst später zuhause. Währenddessen kann dein Baby mit deinem/deiner Partner*in kuscheln.
Wir Hebammen machen unsere Dokumentation fertig, füllen den Elternkindpass aus, übermitteln die Geburtsanzeige ans Standesamt und geben die Geburt anonym im außerklinischen Geburtenregister zur statistischen Auswertung ein.
Vor der Entlassung bekommt das Baby mit deiner Zustimmung eine Dosis Vitamin K für die Blutgerinnung und wir messen mit dem Pulsoxymeter seine Sauerstoffsättigung. Wenn 3-4 Stunden vergangen sind und es euch gut geht, könnt ihr euer Baby nun anziehen und euch auf den Nachhauseweg machen. Es ist auch möglich, 1-3 Nächte bei uns zu bleiben.
Zuhause besucht euch anfangs täglich eine Hebamme zur Wochenbettbetreuung und achtet auf deine Gebärmutterrückbildung, Blutungsstärke, Milchbildung, Wundheilung sowie den Gewichtsverlauf des Babys, seine Hautfarbe, Ausscheidungen und Trinkverhalten. Für das Neugeborenenscreening nimmt sie nach 36-72h Blut aus der Ferse ab, um seltene Stoffwechselerkrankungen zu erkennen. Innerhalb der 1. Lebenswoche besucht ihr mit eurem Baby eine Kinderarztpraxis für die Elternkindpass-Untersuchung mit Hüftultraschall. Außerdem holt ihr euch im Standesamt die Geburtsurkunde eures Babys ab.
Die Anzahl der Hebammenbesuche wird individuell vereinbart. Wenn die Wochenbettbetreuung abgeschlossen ist, kannst du die Rechnung bei der Krankenkasse einreichen und bekommst einen Teil rückerstattet.
Hast du noch Fragen?

Hebamme Valeria erzählt:I. meldet sich 7 Wochen vor ihrem Geburtstermin bei uns. Beim Telefonat erzählt sie mir von sehr...
07/02/2026

Hebamme Valeria erzählt:
I. meldet sich 7 Wochen vor ihrem Geburtstermin bei uns. Beim Telefonat erzählt sie mir von sehr belastenden Erfahrungen bei der ersten Krankenhausgeburt. Umso mehr freue ich mich, dass sie sich diesmal für eine Geburt bei uns entscheidet.
Am 23.01. lernen wir uns persönlich kennen. Bei diesem Termin habe ich das Bauchgefühl, dass I. in meiner Rufbereitschaft gebären wird. Nach der Geburt wird sie mir erzählen, dass sie genau das Gleiche gespürt hat. I. ahnt sogar, wann ihr Sohn geboren wird – „nächsten Dienstag, genau 2 Jahre und 4 Monate nach der Geburt meines ersten Sohnes“. Ihr ist zufällig aufgefallen, dass sich dieses Muster von 2 Jahren und 4 Monaten bei mehreren Terminen und Untersuchungen in den beiden Schwangerschaften wiederholt hat. Ich finde das faszinierend und glaube ihr sofort.
Deshalb überrascht es mich nicht, als I. mich am Dienstag, den 27.01., morgens anruft: Sie hat Wehen, möchte aber erst noch frühstücken und sich später wieder melden. Da Geburten beim 2. Kind oft schneller verlaufen und ich an diesem Tag nichts vor habe, mache ich mich bereits auf den Weg ins Geburtshaus. Auch Noemi als Zweithebamme und Hebammenstudentin Sandra fahren bald los.
Gegen Mittag ist im Geburtshaus einiges los: I. kommt mit ihrem Mann A. und ihrem Sohn im Geburtshaus an. Später kommt noch der Opa dazu. I. arbeitet sich ruhig von Wehe zu Wehe und bemerkt bald, dass die Wehen in Bewegung häufiger werden und im Sitzen oder Liegen wieder nachlassen. Sie entscheidet sich daher, aktiv zu bleiben.
Die Atmosphäre im Geburtshaus ist besonders: Sandra spielt mit dem großen Bruder Auto, Spielzeug liegt herum, die Toniebox läuft mit fröhlicher Kindermusik. I. veratmet die Wehen im selben Raum, während ihr Mann A. darauf achtet, dass es allen gut geht. Sie genießt das Zusammensein mit ihrer Familie und den starken Kontrast zu ihrer 1. Geburt. Gegen 16:00 spürt sie jedoch, dass sie nun mehr Rückzug braucht. Der Opa, der Papa und der große Bruder gehen spazieren, während I., Sandra und ich uns in die „Geburtshöhle“ zurückziehen.
Im Geburtszimmer ist alles vorbereitet: Gedämpftes Licht, ruhige Atmosphäre, Geburtsduft in der Luft. Hier verbringen wir die nächsten Stunden.
Die Wehen werden intensiver, der Druck nach unten nimmt zu. Die Familie kehrt zurück, der Opa kümmert sich um den großen Bruder, während A. ihr den unteren Rücken massiert – das tut ihr sehr gut. Die Wehenabstände vergrößern sich erneut, und I. bemerkt eine wachsende Ungeduld. Mit Bewegung regen wir die Wehen wieder an. Nach ihrem Einverständnis untersuche ich sie: Der Muttermund ist 5–6 cm geöffnet. Kurz darauf lassen die Wehen jedoch wieder nach. Nach Rücksprache mit Noemi schlage ich I. eine wehenanregende Bauchmassage mit anschließendem warmem Bauchwickel vor. I. spürt jedoch deutlich, dass die Wehen im Liegen schwächer werden, sodass wir den Wickel bald entfernen und sie stattdessen warm duschen geht. Während I. duscht, bereden Noemi und ich, dass I. sehr wahrscheinlich noch in der Latenzphase ist und wir entspannt bleiben müssen, weil es darf alles noch dauern und unregelmäßig sein. Gleichzeitig müssen wir I.s Energiereserven und ihre Motivation im Auge behalten.
Nach dem Duschen kommt I. wieder in Bewegung. Noemi macht mit ihr Spinning-Babies-Übungen– mit erstaunlich schnellem Effekt. Kurz vor 20:00 sind die Wehen regelmäßig alle zwei Minuten und deutlich intensiver. Der große Bruder ist inzwischen sehr müde, und sein Papa versucht, ihn im Nebenraum zum Schlafen zu bringen. Und tatsächlich: Es klappt, er schläft.
Mit zunehmender Intensität der Wehen wächst I.s Zweifel, ob sie es schaffen kann. Ich sage ihr, dass wir jederzeit den Plan ändern und ins Krankenhaus gehen könnten, falls sie eine PDA möchte. Sie fragt mich, ob ich glaube, dass sie es schafft. Natürlich glaube ich das – sie ist ja mittendrin. In diesem Moment wacht jedoch ihr großer Sohn kurz auf und weint. Ich sehe, wie es I. innerlich zerreißt. Ich sage ihr, dass ich weiß, wie sehr sie jetzt bei ihrem Erstgeborenen sein möchte, dass es unglaublich schwer ist – aber dass die Männer im Nebenraum das gut hinbekommen und wir Frauen hier im Geburtszimmer das gemeinsam schaffen. Zum Glück schläft er schnell wieder ein, und I. kann sich erneut sammeln.
Noemi ist nun ebenfalls im Raum, da I. instinktiv im Vierfüßlerstand leicht mitzuschieben beginnt. Bei Zweitgebärenden kann es jetzt sehr schnell gehen. Da ich mir über die Situation nicht ganz sicher bin, bitte ich I. um eine erneute Untersuchung: Der Muttermund ist bei 7 cm, er braucht noch etwas Zeit. Kurz darauf nimmt der Pressdrang stark zu, I. kann kaum anders, als kräftig mitzuschieben, obwohl der Muttermund noch nicht vollständig eröffnet ist. Ich sehe, wie der Druck in der Wehe auf den restlichen Muttermund wirkt, und bitte sie, in den Wehen zu atmen und ihrem Körper noch etwas Zeit zu geben – wissend, wie schwer das ist und wie lange diese Geburt bereits dauert.
Wir entscheiden uns für einen Ortswechsel in die Gebärbadewanne. Vielleicht hilft das warme Wasser, den Pressdrang zu lindern oder dem Muttermund das vollständige Öffnen zu ermöglichen. I. sagt immer wieder: „Ich kann das nicht“, und ich antworte ihr mantraartig mit: „Du kannst das.“ A. ist bei ihr und ihr eine große Stütze. Trotz gemeinsamen Atmens ist der instinktive Drang zu pressen stärker – und in dieser Situation ungünstig, da der Muttermund durch den Druck zunehmend anschwillt.
Ich merke, wie mich selbst Ratlosigkeit erfasst wie auch Mitleid, das hier nicht hilfreich ist, und beschließe deshalb gemeinsam mit Noemi, Eva dazuzuholen, die wenige Minuten später im Geburtshaus ankommt. Ein frischer, unbeeinflusster Blick tut allen gut – und es ist die richtige Entscheidung. Eva bespricht mit I. die Möglichkeiten, und I. entscheidet sich dafür, dass Eva die Muttermundlippe zurückschiebt. Das gelingt gut. I. sagt erleichtert: „Ich kann das!“
Etwa eine halbe Stunde vor der Geburt möchte I. aus der Wanne und setzt sich zunächst auf den Gebärhocker. Diese Position passt für sie aber nicht optimal, sodass sie zwischen tiefer Hocke und Vierfüßlerstand wechselt. A. ist durchgehend bei ihr und hält und stützt I. Die Herztöne des Babys sind durchgehend gut. Wehe für Wehe arbeitet sich I. voran und schiebt ihren Sohn immer tiefer, bis er schließlich um 23:30 Uhr geboren wird. Nachdem wir ihn aus seiner doppelt umschlungenen Nabelschnur gewickelt haben, nimmt I. ihn in die Arme. Die Erleichterung ist riesig, die Freude ebenso. Geschafft – und tatsächlich genau wie von I. vorhergesagt: 2 Jahre und 4 Monate nach der Geburt seines großen Bruders. ❤️

Du möchtest in der Schwangerschaft aktiv bleiben und deinen Körper sanft auf die Geburt vorbereiten?Ab 26. März gibt es ...
05/02/2026

Du möchtest in der Schwangerschaft aktiv bleiben und deinen Körper sanft auf die Geburt vorbereiten?
Ab 26. März gibt es im Geburtshaus Juno die Möglichkeit der Schwangerengymnastik.
Hier hast du die Gelegenheit, deinem Körper mithilfe sanfter Bewegungen eine Auszeit zu verschaffen und Beschwerden gezielt entgegenzuwirken. Die Mischung aus Bewegung und Wissensvermittlung zu deinem Körper in der Schwangerschaft gibt dir Möglichkeit, aktiv zu deinem Wohlfühlen beizutragen.
Den Kurs kannst du grundsätzlich bis zum Ende der Schwangerschaft besuchen.
Solltest du Bedenken haben, ob etwaige Risiken ein Hindernis zur Teilnahme darstellen, melde dich gerne vorab telefonisch oder per Mail: 0650/4205012 bzw. pinetz.sarah@gmail.com

Hier findest du den Link zur Anmeldung:
https://pinetz.hebamio.at/kursliste

Neu: TRAGEWORKSHOP für Babyeltern und werdende Eltern mit Hebamme EvaAm 9. März 2026 von 18:00-20:00 bei uns in Eisensta...
04/02/2026

Neu: TRAGEWORKSHOP für Babyeltern und werdende Eltern mit Hebamme Eva
Am 9. März 2026 von 18:00-20:00 bei uns in Eisenstadt
Kostenpunkt: 40€ pro Paar
Eva zeigt euch viele verschiedene empfehlenswerte Tragehilfen (zB von Fräulein Hübsch, Emeibaby, Buzzidil, Kokadi, Girasol, Didymos und Hoppediz) und Tragetücher, erklärt euch die Unterschiede und die richtige Handhabung und gibt euch grundsätzliche Infos zum Tragen. Ihr könnt die Tragehilfen selbst mit eurem Baby oder mit einer Puppe ausprobieren, euren Favoriten wählen oder auch eine evtl. vorhandene eigene Trage mitbringen, um sie optimal einzustellen.
Eva ist Hebamme, Trageberaterin und 3fache Tragemama.
Anmeldung: https://geburtshausjuno.hebamio.at/kursliste/3

Wir freuen uns auf euch!
Bitte teilen 🙏

Juhu, ab Februar haben wir eine neue Hebamme!Sarah Pinetz wird unser Team in Kürze verstärken, nachdem Ulrike uns schwer...
30/01/2026

Juhu, ab Februar haben wir eine neue Hebamme!
Sarah Pinetz wird unser Team in Kürze verstärken, nachdem Ulrike uns schweren Herzens verlassen hat. Hier stellt sie sich vor.

Wo und wie bist du geboren?
„Ich bin im Krankenhaus Eisenstadt als Jüngste von drei Geschwistern geboren.“

Wo hast du studiert?
„Mein Studium zur Hebamme habe ich an der Hochschule Campus Wien abgeschlossen.“

An welche Geburt erinnerst du dich besonders gerne zurück?
„Besonders schön bleiben mir die Geburten in Erinnerung, bei denen die Familie nach einer intensiven und herausfordernden Zeit eine positive Geburtserfahrung macht und gestärkt ins Wochenbett startet.“

Wie hast du bisher als Hebamme gearbeitet?
„Mein Berufsleben als Hebamme starte ich im Geburtshaus Juno sowie als Wahlhebamme in und um Neusiedl am See.“

Was machst du zum Ausgleich in deiner Freizeit?
„Mein liebster Ausgleich ist momentan der Sport und eine ruhige Auszeit in der Sauna. Ich bin gerne in der Natur und genieße sowohl die freie Zeit mit meinen Liebsten, wie auch die Ruhe für mich selbst.“

3 Fakten über mich:
„Meine liebste Jahreszeit ist Weihnachten ;)
Ich habe drei Katzen namens Paula, Karlo & Rosi.
Ich habe vor Studienbeginn lange überlegt ob Hebamme der richtige Beruf für mich sein wird und bin mit meiner Wahl sehr glücklich.“

Herzlich willkommen, Sarah! ☀️

Hebamme Eva Schranz erzählt:Um 4:24 bekomme ich eine Nachricht von C. in der 40. SSW: „Hallo Eva, ich wurde gerade gewec...
27/01/2026

Hebamme Eva Schranz erzählt:
Um 4:24 bekomme ich eine Nachricht von C. in der 40. SSW: „Hallo Eva, ich wurde gerade geweckt, indem ich viel Flüssigkeit verloren hab. Ich denke, dass es Fruchtwasser ist.“ Nachdem sie noch keine Wehen hat, das Baby sich wie immer bewegt und das Fruchtwasser farblos ist, reicht eine Kontrolle in einigen Stunden. Um 9:00 komme ich zum Hausbesuch und checke Herztöne, Blutdruck und Temperatur. Alles ist gut, Wehen sind noch keine da. Das ändert sich im Lauf des Vormittags. Ab 10:45 spürt sie Wehen ca. alle 5-6min, fühlt sich zuhause noch wohl und möchte abwarten, bis der große Bruder abgeholt wird. Um 14:00 treffen wir uns schließlich im Geburtshaus. Zuhause kamen die Wehen schon alle 3min und recht intensiv, aber durch den Ortswechsel herrscht jetzt erst mal Flaute. Erst sitzt C. am Bett, dann legt sie sich hin, weil sich kaum etwas tut. Später setzt sie sich auf den Gymnastikball und versucht Beckenkreisen, um die Wehen wieder anzukurbeln. Mit mäßigem Erfolg, aber wir haben ja Zeit. Valeria ist als 2. Hebamme da, außerdem eine Doula im Praktikum.
Um 15:40 geht sie mit ihrem Mann Treppensteigen. Sie wünscht sich Wehen. Nachdem unsere Räumlichkeiten im 3. Stock liegen, können wir jede Menge Stiegen anbieten. Das wirkt, die Wehen kommen zurück. Doch kaum macht sie wieder Pause, machen auch die Wehen wieder Pause. In den folgenden Stunden greifen wir auf mehrere Hebammentricks zur Wehenanregung zurück und sie geht ein 2. Mal Treppensteigen. Wieder ist der Erfolg nicht von Dauer, sodass ich C. ein Schläfchen empfehle, wenn möglich. Wider Erwarten klappt das sogar. Nur ab und zu wird sie von einer Wehe geweckt.
Nach der Ruhepause ist es 18:30 und wir packen die Milchpumpe aus, um durch den Saugreiz die Oxytocin-Ausschüttung zu steigern. Es sieht vielversprechend aus - bald kommen die Wehen etwa alle 3-4min und sie veratmet sie leise. Ganz nebenbei gewinnen wir 3ml Kolostrum für das Baby, wie schön! Nach dem Pumpen wechselt sie immer wieder die Position, mal stehend, mal kniend, mal sitzend.
Um 20:30 hat sie wieder den Eindruck, dass die Wehen schwächer werden und beginnt nochmal zu pumpen. Nach einer Weile hat sie deutlich stärkere Wehen alle 2-3min und wir packen die Pumpe wieder weg. Ich denke nicht, dass wir sie nochmal brauchen. Sie isst ein paar Manner Schnitten und findet die Wehen schon recht stark. Jede Wehe dauert ca. 1min. „Werden die noch länger?“ fragt sie. „Eher nicht, nur intensiver“ ist meine Antwort. Daraufhin stellt sie fest: „Dann schaff ich das!“ Wir stimmen ihr zu, sie macht das super.
Ein heißes Kirschkernkissen im Kreuz tut ihr gut. Um 22:00 setzt sie sich auf die Matte und lehnt sich ans Bett, döst in den Wehenpausen. Wieder habe ich den Eindruck, dass die Wehen nachlassen. Man merkt gar nicht mehr, wenn sie eine hat. C. erklärt, dass die Wehen nach wie vor da sind, aber sie muss sie gerade nicht veratmen und versucht ganz entspannt zu bleiben.
Um 22:30 biete ich ihr eine Untersuchung an, um abzuschätzen, in welcher Geburtsphase wir uns befinden. Das möchte sie auch gerne wissen. Der Muttermund ist bereits 7cm geöffnet, aber noch sehr weit hinten Richtung Kreuzbein. Ich kann ihn nur schwer erreichen und es ist noch ein Rest vom Gebärmutterhals da - das Köpfchen übt noch kaum Druck aus. Überraschenderweise taste ich noch eine pralle Vorblase, obwohl C. schon so viel Fruchtwasser verloren hat. Meist ist es dann kein hoher Blasensprung, hier allerdings schon. Diese Vorblase zu öffnen, würde uns mit hoher Wahrscheinlichkeit bleibende regelmäßige Wehen und mehr Druck vom Köpfchen bescheren. C. entscheidet sich dafür und ich ritze die Fruchtblase leicht an. Wieder fließen ganze Ströme an Fruchtwasser, C. hat wirklich jede Menge davon. Schon sehr bald werden die Wehen merklich intensiver. Um 23:15 spürt sie schon deutlichen Druck nach unten und kurze Zeit später folgt heftige Übelkeit, die aber schnell wieder vergeht. Das sind gute Zeichen.
Um 23:30 kann sie nicht mehr anders, als in der Wehe mitzuschieben. Sie kniet jetzt auf der Matte, in der Pause kann sie gut entspannen. Die Herztöne des Babys klopfen stabil, Valeria übernimmt jetzt das Dopton. Ich lege C. warme Kompressen auf den Damm, denn bei der letzten Geburt hatte sie einen Dammschnitt und noch weitere Geburtsverletzungen und macht sich Sorgen, dass es wieder so kommen könnte. Um 23:54 ist Muttermund vollständig geöffnet. C. stellt ihr linkes Bein auf, schiebt weiter kraftvoll mit und schon können wir den Hinterkopf des Babys mit vielen dunklen Haaren sehen. Der Damm beginnt sich zu dehnen, es spannt und brennt - aber sie macht weiter, sie arbeitet hart. Mit einer letzten großen Kraftanstrengung gebärt sie das Köpfchen und gleich danach folgt der Körper. Sie greift nach unten und hebt ihr Baby an die Brust. Es ist geschafft! Um 0:01, das Baby wollte wohl unbedingt den nächsten Tag als Geburtsdatum. Ob die Wehen deshalb immer wieder aufgehört haben? 😅 C. und ihr Mann sind überglücklich, dass ihr Überraschungsbaby nun da ist. Ein paar Minuten nach der Geburt wird das Geheimnis um das Geschlecht des Babys von ihnen gelüftet - es ist ein zweiter Sohn! Herzlichen Glückwunsch zu eurem Baby! 🥰

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