29/03/2026
Linz sollte nach dem Willen Hi**ers zur prächtigsten Metropole an der Donau umgestaltet werden.
Die beiden Brückenkopfgebäude, die
Nibelungenbrücke und das angrenzende
Wasserstraßenamt (heute Heinrich Gleissner Haus) sind jedoch die einzigen, tatsächlich realisierten Bauten der geplanten Monumentalanlagen der Nationalsozialisten. Der Bau erfolgte unter anderem durch Zwangsarbeit und Ausbeutung von Kriegsgefangenen.
Geplant war eine Prachtstraße, ein riesiges Opernhaus und eine neue Donaubrücke, flankiert von massiven Verwaltungsbauten. Ein markantes Merkmal sollte ein gewaltiger Glockenturm als Teil des Gauforums sein. Dieser war mit 162 Meter so hoch geplant, dass er den Linzer Mariendom deutlich überragt hätte.
Hi**er plante mit dem Führermuseum am Opernplatz an der Blumau das größte Kunstmuseum Europas für Raubkunst zu errichten. Die Prachtstraße „Zu den Lauben“ sollte als 800 Meter lange Boulevardstraße mit zehn Meter breiten Gehwegen den Opernplatz mit dem neuen Bahnhof verbinden.
Obwohl Hi**er bis zu seinem Tod im Führerbunker im Jahr 1945 besessen von den Modellen der Linzer Stadtplanung war, verhinderte der Kriegsverlauf die weitere Umsetzung. Ab 1942 wurden fast alle zivilen Bauprojekte gestoppt, um Material und Arbeitskräfte für die Rüstungsindustrie zu bündeln.
Die Entwürfe zeigen, dass Linz nicht verschönert werden sollte, sondern radikal in ein monumentales Denkmal für die NS-Ideologie verwandelt worden wäre – auf Kosten der historischen Altstadt und unter Einsatz von Tausenden Zwangsarbeitern.
In diesen Plänen manifestierte sich die typische NS-Mischung aus Gewalt, Unterdrückung, Realitätsverlust und Gigantomanie, der Linz mit einer städtebaulich kaum zu bewältigenden Last zurückgelassen hätte.
Die für die KI Animation verwendeten Fotos von Hermann Gieslers erstellten mehrere Meter großen Stadtmodell stammen aus dem Linzer Stadtarchiv und Oberösterreichischen Landesarchiv.