18/12/2025
Wie safe ist der „safe space“ in Ta**ra Massage Seminaren?
Eine ehemalige Schülerin von mir gab das Motto für meine Seminare: „Alles ist möglich, nichts ist muss.” Darauf bin ich sehr stolz. Warum? Das erzähle ich dir jetzt.
„Ein NEIN nach außen ist ein JA nach innen“ – wie oft habe ich das in Seminaren gehört… Du auch? Und vielleicht kennst du auch schon all die Übungen zum Nein-Sagen-Können.
Und du weißt auch, auf Ta**ra Seminaren bist du ja auf eigene Verantwortung. Das hast du bestimmt sogar unterzeichnet.... hm...
Ich habe in einem Sommer meine x-te Ta**ra-Massage-Ausbildung mit 10 Teilnehmern abgehalten.
Zu Beginn des Kurses habe ich natürlich auch Übungen zum Thema Grenzen setzen und Konsens halten gemacht. Alle nicken, machen die Übungen brav mit. Oberflächlich betrachtet ist alles in Ordnung. Da ich erfahren genug bin, weiß ich, dass das Einhalten von Grenzen nicht in diesen Übungen, sondern in realen Situationen wirklich auf die Probe gestellt und gelernt wird. Ich weiß, dass ich wachsam sein muss und alle Mitglieder der Gruppe in diesem Prozess unterstützen möchte, auch wenn es kompliziert und schwierig wird. Denn das ist es in der Regel...
Jeder Morgen begann damit, dass ich die Übungs Paare ausloste. Dann wiederholte ich, dass niemand etwas ertragen muss, was für sie:ihn nicht akzeptabel ist, und gab Anweisungen, wann und wie man mir mitteilen soll, wenn jemand mit einer Person zusammengebracht wurde, mit der er:sie nicht zusammen sein möchte. Wieder nickten alle. Natürlich, natürlich...
Am Morgen des dritten Tages spürte ich, dass sich etwas zusammenbraute. Dann sagten die Frauen, dass sie mit mir sprechen wollten. In der Pause zog ich mich mit ihnen in einen Raum zurück. Sie setzten sich mir gegenüber in einem Halbkreis auf. Ich spürte Wut, Verwirrung und Aufregung in ihnen.
Unter ihnen war eine Sprecherin, die auch im Namen der anderen sprach. Sie stellten ihre Forderung. (Na gut, dachte ich, jetzt geht's los.) Sie wollten, dass ich einen der Männer nicht in die Auslosung einbeziehe, weil niemand mit diesem Mann ein Paar bilden wollte. Sie hat erzählt, sie wären schon morgens nervös zum Kurs gekommen, weil sie Angst gehabt hätten, dass sie bei der Auslosung an die Reihe kommen würden.
Ich saß ruhig da, umgeben von erwartenden und skeptisch-arroganten Blicken, und stellte dann eine Frage:
„Wer hat euch gesagt, dass ihr mit diesem Mann zusammen sein müsst?“
Stille.
Nach einer langen Pause sagte eine der Frauen: „Na ja, aber man darf doch niemanden so verletzen.“ Damit meinte sie, dass klare Ablehnung verletzend sei.
„Glaubst du, man kann so leben, dass man niemals jemanden verletzt oder zurückweist?“ – fragte ich.
Wieder Stille.
Ich fuhr fort:
„Okay, dann bringen wir die Dinge in Ordnung: Und trennen wir sofort das Geben und Empfangen. Wer möchte ihm keine Berührungen geben und wer möchte von ihm keine Berührungen empfangen?“
Die Frauen gaben durch Handzeichen ihre Wahl bekannt. Einige konnten dies nur mit gesenktem Blick tun, weil sie sich so sehr schämten, dass sie Nein sagten.
Das war der Moment, in dem sie wirklich begannen, zu lernen, was es bedeutet, Grenzen zu setzen.
Ich versicherte ihnen, dass es so sein würde, wie sie es gerade entschieden hatten, dass sie ihre Entscheidung aber jederzeit ändern könnten und dass ich dafür sorgen würde, dass der Mann, mit dem sie nicht zusammen sein wollten, die Möglichkeit bekäme, mit anderen Modellen üben zu können, also kann den Kurs absolvieren. Ich habe auch mitgeteilt, dass ich diesen Mann dabei unterstützen werde, die Entscheidung der Frauen gut verarbeiten zu können. Denn neben Grenzen setzen können ist der andere wichtige Lernprozess in dieser Situation, eine Ablehnung akzeptieren und verarbeiten zu können, ohne dass das eigene Selbstwertgefühl darunter leidet. Als Gruppenleiterin gehört es natürlich auch zu meinen Aufgaben, den Mann in diesem Prozess zu unterstützen.
Seine Teilnahme am Kurs konnte ich mit Hilfe meiner ehemaligen Schülerinnen sicherstellen, die als Assistentinnen präsent waren und früher von mir gelernt hatten, wie sie wirklich auf sich selbst achten können. Ich bin ihnen dankbar und unendlich stolz auf sie.
Was ihr Geheimnis ist, darüber könnt ihr in einer nächsten Geschichte von mir lesen.
Nach einigen Kurstagen, vielen lehrreichen Stunden und neuen Erfahrungen und damit erarbeiteten Skills, haben mir mehrere Frauen gesagt, dass sie sich bereit fühlen, mit dem Mann zusammenzuarbeiten, den sie anfangs abgelehnt hatten. Es war ein herzerwärmender Prozess, zu sehen, wie sich in ihnen echte Akzeptanz und gleichzeitig das Selbstvertrauen entwickelte, dass sie auf sich selbst aufpassen können. Dafür war es jedoch von grundlegender Bedeutung, dass sie ihre anfänglichen Vorbehalte frei und ehrlich äußern konnten.
Ich glaube, dass nur so ein „safe space“ wirklich zu einem „safe space“ werden kann.
Ich glaube, in einem echten Safe Space braucht es weniger Druck oder sogar Manipulation und Predigten über Toleranz (“du musst einfach dein Herz öffnen”), sondern mehr Wahrhaftigkeit, Mut und Selbstreflexion.
Als Leiterin eines Ta**ramassage-Kurses halte ich dies für den wirklich liebevollen Weg.
Bald gibt es noch weitere Geschichten aus meiner Praxis, ich habe noch ganz viele zu erzählen.