16/11/2025
Nachlese zu unserem Tag der offenen Aufbahrungshalle
"Mutig sein. Neues wagen. Traditionen bewahren."
Unter diesem Motto fand erstmalig an Allerheiligen und Allerseelen unser Tag der offenen Aufbahrungshalle in Vorau statt. Viele interessierte Personen sind gekommen, um ihre Fragen an uns zu stellen, um Broschüren mitzunehmen oder um einen neugierigen Blick auf die Aufbahrungen zu werfen.
Da eine Veranstaltung dieser Art für den gesamten Bezirk etwas gänzlich Neues ist, war für uns nicht absehbar, ob Leute kommen würden und wenn ja, wie viele kommen werden. Heute können wir sagen, dass wir überwältigt waren über diesen enormen Zustrom an BesucherInnen. Von früh bis spät hatten wir selbst kaum Zeit, einmal kurz durchzuatmen. Und wisst ihr was? Das ist gut so!
Denn dieses große Interesse ist stellvertretend für den Wunsch vieler Menschen, mehr Informationen zum Thema Tod, Sterben und der Gestaltung eines individuellen Abschiedes zu erhalten. So konnten wir einerseits mit unseren Informationsmaterialen unser Wissen in knapper Form weitergeben sowie unsere tägliche Arbeit vorstellen. Vor allem entwickelten sich die persönlichen Begegnungen sehr häufig zu tiefergehenden und von Neugier und Wissensdurst geprägten Gesprächen.
"Beim Reden kommen die Leit zamm" lautet ein Sprichwort im Volksmund. Wir sind stolz darauf, dass wir an diesen beiden Tagen einen Raum für offene Gespräche über diese Themen bereitgestellt haben, über die das Reden aber oftmals schwerfällt. Egal ob junge oder ältere Menschen, Familien mit Kindern, Vorauerinnen und Vorauer, und alle BesucherInnen von Nah und Fern. Viele Fragen ähnelten sich, doch keine Frage war gleich wie die andere. Es sind persönliche Gedanken, Sorgen oder Ängste, die die BesucherInnen beschäftigen - nachdenklich machen - und die wir an diesen Tagen beantworten durften. Und das macht jede Frage, jedes Gespräch so individuell und wertvoll.
Wir bedanken uns von ganzem Herzen für dieses unglaublich große Interesse, für das Stellen Ihrer Fragen, für die Neugierde, für die Suche nach einem Gespräch, für die unzähligen positiven Rückmeldungen zu unserer Veranstaltung, für das Interesse an unserer Arbeit, für die Meinungen zu den ausgestellten Produkten, für den Mut der Eltern, mit ihren Kindern vorbeizukommen, für die Spenden für die Pfötchenhilfe Mistelbach, für das Interesse an den Büchern und zu guter Letzt für Ihr Kommen.
Danke.
Ausstellungsschwerpunkte:
Der Blumenschmuck für die beiden Aufbahrungen wurde uns von Blumeneck Alexandra zur Verfügung gestellt. Alexandra, Helga und Barbara haben trotz der intensiven Zeit vor Allerheiligen wunderschöne Blumenarrangements für unsere Veranstaltung gestaltet.
An zwei Stehtischen haben wir zwei ausgewählte Unternehmen aus Oberösterreich vorgestellt. Livs Memories produziert seit einigen Jahren Armbänder, Halsketten und Ringe, die mit der Gravur eines Fingerabdruckes personalisiert werden können. Mevisto prägt die Branche mit der Herstellung von Edelsteinen. Diese ganz besondere Form der Erinnerung ermöglicht die Herstellung von Edelsteinen aus Asche oder Haar. Zusätzlich bieten sie mit der "Perle mit Seele" eine Form der Erinnerung an, in der in einem sogenannten Minilabor die Asche oder Haare verarbeitet wird und danach in der Keramikperle für immer verewigt wird.
Bei dem ausgestellten Sarg haben wir uns für ein modernes Modell des renommierten oberösterreichischen Sargherstellers Daxecker entschieden. Unser in Eiche-bicolor gehaltenes Modell der "Quo vadis" Serie besticht durch eine moderne Form und Gestaltung, pflegt aber zugleich traditionelle Farben und Holzarten.
Die Urne stammt aus der italienischen Manufaktur Art Funeral. Die vollflächig mit Olivenholzfurnier verzierte Urne wird durch eine wundervoll handgearbeitete Einlegearbeit am Deckel veredelt. Diese Windrose besteht aus unterschiedlichen Hölzern sowie einem "Auge" aus Perlmutt.
Außerdem haben wir eine kleine Auswahl an unterschiedlichen Urnen aus unterschiedlichen Materialien gezeigt.
Schließlich haben wir einige Bücher aus der Privatbibliothek von Markus aufgelegt. Einige widmen sich der Thematik humorvoll, andere mit einem analytisch-therapeutischen Zugang. Wiederum eine eigenen Kategorie bildet die Literatur zum Umgang mit trauernden Kindern sowie der Frage: "Was tun im Sterbefall".
Vielen Dank an Stefanie Anna Schweighofer, die mit ihrer ruhigen Hand und ihrem künstlerischen Können rund 40 handbemalte Troststeine angefertigt hat.
Einen großen Dank an Martin Ehrenhöfer, der mir bei den Vorbereitungsarbeiten in und vor der Aufbahrungshalle tatkräftig geholfen hat.
Besonders danken möchte ich auch der Spitzer Grafik, die mit viel Feingefühl und Expertise unsere Folder, Flyer, Feuerzeuge und Banderolen für unsere Schokoladen designt und verwirklicht haben. Danke, liebe Claudia!
Schließlich möchte ich mich bei meinem Papa, unserem Geschäftsführer und Eigentümer, Walter Schweighofer, bedanken. Vielen Dank für dein Vertrauen und den Gestaltungsspielraum sowie die Zeit, solche neuen Dinge ausprobieren zu können!
Vielen Dank an alle Beteiligten, die diesen Tag der offenen Aufbahrungshalle möglich gemacht haben.
Markus Schweighofer