10/01/2026
Medizin am WESEN-(tlichen) vorbei – Teil 1: Wenn Normen verunsichern statt orientieren
Wir leben in einer Zeit hochentwickelter medizinischer Diagnostik.
Perzentilen, Kurven, Grenzwerte – sie sollen Orientierung geben.
Doch was passiert, wenn diese Orientierung zur Normierung wird?
Babys und Kinder werden sehr früh in Beurteilungsraster gepresst.
„Zu leicht.“ „Unter der 3. Perzentile.“
„Auffällig.“
Was dabei oft übersehen wird:
Diese Bewertungen betreffen wohl das Kind, aber sie treffen vor allem die Eltern – meist die Mutter – mitten ins Herz - in der Weise, wie diese Bewertungen häufig übermittelt und gesagt werden.
Ein klassisches Beispiel aus der Praxis:
Zierliche, schlanke Eltern bekommen ein zierliches, schlankes Baby.
Die Gewichtszunahme verläuft kontinuierlich, die Entwicklung ist stimmig – und dennoch wird bei jeder Kontrolle das Körpergewicht zum zentralen Thema, weil es statistisch „unter der Norm“ liegt.
Die Folge?
Eine ohnehin sensible oder sorgende Mutter beginnt zu zweifeln:
„Reicht meine Milch?“
„Mache ich etwas falsch?“
„Versage ich als Mutter?“
So entsteht Stress – nicht aus einem realen Mangel, sondern aus einer bewertenden Dauerthematisierung.
Und Stress ist niemals neutral. Im Sinne der Co-Regulation wird also die Mutter immer unsicherer und das Baby dadurch immer unruhiger und gestresster - vorallem bei der Nahrungsaufnahme, besonders spürbar beim Stillen.
Wo hast du selbst erlebt – als Fachperson oder als Elternteil –, dass medizinische Bewertungen mehr Verunsicherung als Sicherheit erzeugt haben?
Was hätte dir in diesem Moment geholfen, wieder in Vertrauen zu kommen?
Wenn du ähnlich Beträge liebst, komm gerne in meine Gruppe https://www.facebook.com/groups/3035080406705710/
Alles Liebe, Elisabeth