02/12/2022
PAARBERATUNG - was tun wenns schweirig ist?
Paarberatung/Therapie & "die insgeheime Hoffnung auf die Veränderung des Anderen !"
Gratulation zu dem Entschluss -wenn Sie als Paar sich Unterstützung holen, wenn Sie merken, dass Sie alleine aus dem Vorwurfs- oder Kränkungs-Kreislauf nicht mehr raus kommen !!!
Und ACHTUNG vor der möglichen, unwillkürlichen Idee, eines bestimmten Ergebnisses der Paarberatung. Also, Vorsicht vor dem
insgeheimen Wunsch auf die Veränderung der/s Anderen
Ziel des beraterischen/therapeutischen Arbeitens sehe ich, dass Sie sich als Mensch – ein verändertes Handeln ermöglichen. Also, für sich Muster, Verhalten, Emotionen, ect. erkennen, entdecken, reflektieren & dadurch Handwerkszeug für Ihr verändertes Handeln erhalten.
Ergebnis des Beratungs-Prozesses ist es NICHT – dass Sie
* etwas „einsehen sollen“ (quasi sich – mit Selbstvorwürfen oder mit
vorgehaltenen erhobenen Zeigefinger selber maßregeln)
* oder, die andere Person – maßregeln
* oder, Fehler suchen & finden
* oder Schuld zuzuweisen, die/den Schuldigen finden
SONDERN - alltagstaugliche Handlungsoptionen für die eigenen Verhaltens- & Gedanken/Haltungs- Änderungen herauszuarbeiten, anwenden lernen, weiter entwickeln und sich erlauben - die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und im Kontext des miteinander auch zu leben.
Klingt einfach, ist durchaus manchmal eine Herausforderung, weil wir gewohnt sind unseren eigenen Blick, unser eigenes Wertesystem als das „wahre“ zu erkennen, weil wir ja „nur“ unsere Einzigartigkeit zur Verfügung haben.
Ich kann bei aller Empathie und Aufmerksamkeit dennoch „nur“ meine Gefühle erleben. Es ist uns Menschen möglich die andere Person mit dessen Emotionen wahrzunehmen, doch die Idee ich fühle die Gefühle der anderen Person ist ein Konstrukt, eine Vorstellung.
Jede Person ERLEBT die eigenen Emotionen, eigenen Körperwahrnehmungen.
Ich kann die Gefühle der anderen Person nicht fühlen, dann müsste ich die andere Person sein.
Allerdings das was die Gefühle, Interaktionen meiner/s Partner*in mit mir machen – das fühle & erlebe ich!
Da ist für mich der Schlüsselansatz in Paarberatungen.
Empfehlenswert ist es – sich der versteckten Erwartungshaltungen an sich selbt und an die andere Person gewahr zu sein. Dh, das wie ich mich gerade wahrnehme ernst zu nehmen & Selbstfürsorge als liebevoll achtsames Selbstmitgefühl anwenden.
Ein paar Fragen als Anregung an Sie selbst:
? Welche Werte, Wertehaltungen sind mir als Mensch wichtig?
? Wie passend sind die Wertehaltungen meiner/s Partner*in?
? „Mathematisch betrachtet“ – wo, wie, ist unser kleinster
gemeinsame Nenner?
? .. wo unser größter gemeinsamer Nenner?
? Ist der „gemeinsame Nenner“ ausreichend für mich in einer
Liebesbeziehung – oder will ich gar keinen Nenner haben?
? Wie bereit bin ich, mich auf meine Bedürfnisse einzulassen?
? wie bereit bin ich, mich auf die andere Person einzulassen – mit all
der Andersartigkeit?
? Welchen Beitrag möchte ich zum Gelingen unserer Liebes-
beziehung geben?
? Was bin ich bereit – für das „WIR“ – beizutragen & gestalten?