14/08/2022
Angst führt oftmals dazu, dass wir erheblichen Aufwand betreiben um den angstauslösenden Situationen / Reizen (Stimuli) auszuweichen. Dies bezeichnet man auch als Vermeidungs- bzw. Sicherheitsverhalten. Es führt zwar kurzfristig dazu, dass die Angst sinkt oder gar nicht erst aufkommt - langfristig wird jedoch dadurch die Angst immer Größer. Denn so festigt sich die Überzeugung keine andere Möglichkeit zu haben, wieder Kontrolle zu erlangen. Diese Verhaltensweisen führen häufig zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität bzw. beträchtlichem Leidensdruck da eventuell Wünsche und Bedürfnisse unerfüllt bleiben können, falls sie durch die Angst blockiert werden. Vermeidung(-sverhalten) kann sehr offensichtlich / Beobachtbar sein oder auch auf gedanklicher Ebene stattfinden.
Beispiele für klassische Vermeidungs- und Sicherheitsstrategien:
- angstbehaftete Situationen nicht aufsuchen (z.B. eine Party, ein Krankenhaus, Tiere, öffentliche Verkehrsmittel, hoch gelegene Orte, enge Räume, Flugreisen etc.
- gedankliches Ablenken oder "Augen zu und Durch"-Prinzip anwenden
- Begleitung durch eine vertraute Person als "Verstärkung"
In der Verhaltenstherapie geht man davon aus, dass Angst langfristig dadurch bewältigt werden kann, wenn man sich mit den angstauslösenden Reizen konfrontiert und dabei jegliches Sicherheitsverhalten ablegt. So können neue positive Erfahrungen gesammelt werden und das Kontrollerleben wird nachhaltig gestärkt.